Die härteste Feuerwehr-Frau der Welt
Sandra Wiedenbein wurde Weltmeisterin im Feuerwehr-Sport auch deutschen und Europameister-Titel geholt
Weltmeisterin in einer ungewöhnlichen Disziplin ist Sandra Wiedenbein vor kurzem geworden. In ihrem Sport absolviert sie einen Mehrkampf im Feuerwehr-Anzug.
"Was ich mache, kann man am ehesten mit dem Ironman vergleichen", dem härtesten Triathlon der Welt, sagt Sandra Wiedenbein.
Um die härteste Feuerwehr-Frau der Welt zu werden, musste sie im Austragungsort Liverpool unter anderem wassergefüllte Lösch-Schläuche über eine Strecke von 80 Metern glatt ziehen und mit einem Vorschlaghammer 100 mal auf eine Wand einschlagen. Außerdem lief sie mit einem 90-Kilo-Gewicht auf den Schultern 100 Meter weit. Zum Abschluss gabs noch einen Lauf mit Pressluft-Atemgerät über 770 Stufen einen Turm hinauf.
Alles zusammen schaffte sie in 13 Minuten und 32 Sekunden. Zum Vergleich: Die Zweitplatzierte benötigte über 17 Minuten.
Ist der Wolfenbüttelerin ihr Beruf als braunschweiger Feuerwehr-Frau nicht schon stressig genug? "Mein Beruf ist nicht stressig", sagt die 27-Jährige. "Es geht mir um die sportliche Herausforderung und darum, Sport und Beruf zusammenzubringen."
Früher war die härteste Feuerwehr-Frau der Welt Leichtathletin, Fünf- und Siebenkampf waren ihre bevorzugten Disziplinen.
Die Feuerwehrfrauen-Power scheint sich zu vererben: Wiedenbeins Mutter ist selbst seit über 40 Jahren bei der Feuerwehr und hat ihre Tochter für den Brandschutz begeistert. So ist diese eine von 8 Frauen unter den 320 Berufsfeuerwehr-Leuten der Stadt geworden. Das ist nach Angaben der Feuerwehr im bundesweiten Vergleich eine gute Quote.
Die Quote der Frauen in ihrem Sport ist allerdings geringer. Bei der Weltmeisterschaft musste sie sich gegen nur zwei Mitstreiterinnen durchsetzen. In der Gesamtwertung beider Geschlechter hat sie es bis ins Mittelfeld geschafft.
Ganz vorn mit dabei war Sandra Wiedenbein nicht erst bei der Welt-Meisterschaft in Liverpool. Schon bei der Europa-Meisterschaft im Juni in Mönchengladbach holte sie den Titel. Und gleich als sie im Jahr 2005 mit dem Extrem-Sport begann, wurde sie Deutsche Meisterin.
Dazu gebracht hatte sie ein Kollege, der selbst den Sport betreibt und den Wiedenbein zu einem Wettkampf begleitete.
Aber passt der Wettkampfgedanke überhaupt zum Berufsbild der Brandbekämpfer, die doch eigentlich im Team arbeiten sollen? "Klar ist man im Wettkampf allein. Aber wir motivieren sogar unsere Konkurrenten zum Durchhalten. Und natürlich sind wir auch alle ein bisschen verrückt, sonst könnten wir unseren Job gar nicht machen. Nur im Einsatz haben wir immer einen kühlen Kopf."












