Auf dem Tretroller in die Hauptstadt
Neun Jugendliche fahren auf der "Finde-deinen-Weg-Tour" mit Hilfe ihrer Muskelkraft nach Berlin
Neun Jugendliche zwischen 13 und 19 Jahren begaben sich gestern auf die erste Etappe der 280 Kilometer langen "Finde-deinen Weg-Tour". Dreieinhalb Tage soll der Tretroller-Trip von Braunschweig nach Berlin dauern.
Organisiert wurde die Veranstaltung von dem gemeinnützigen Verein "Friends For Life". Die teilnehmenden Jugendlichen kommen aus einem Jugend-Wohnheim der Arbeiterwohlfahrt (AWO) sowie dem Internat des Christlichen Jugenddorfs Braunschweig (CJD). Vom Internatsgelände in der Georg-Westermann-Allee ging es los.
"Eine Fahrradtour wäre zu herkömmlich gewesen", erläutert "Friends For Life"-Vorsitzender Michael Strohmann die Idee. "Das ungewöhnliche Sportgerät hat einen zusätzlichen Reiz gesetzt." Doch es geht nicht nur um Bewegung. Die Jugendlichen sollen erfahren: Trotz aller Unsicherheiten wie Arbeitslosigkeit oder Klimakatastrophe kann das Leben mit zielgerichtetem Handeln besser gemeistert werden.
Sahand Zahaby ist dabei, genau das zu tun. Der 18-Jährige wird noch von der AWO betreut, wohnt aber bereits in einer eigenen Wohnung. Wie viele anderen Teilnehmer hat er mehr als zwei Monate für den Berlin-Ausflug trainiert. Zweimal die Woche ging es 30 bis 40 Kilometer durch die Region. "Ich hatte früher mal einen kleinen City-Roller", erzählt Zahaby. "Es ist mindestens doppelt so anstrengend wie Fahrradfahren." In beruflicher Hinsicht scheint sein Weg klar: "Ich möchte eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann machen."
Noch ein bisschen mehr Gedanken macht sich CJD-Bewohnerin Janna Wunder. Sie ist erst 13 Jahre jung und möchte eventuell mal Psychologie studieren. Nach den ersten Trainingseinheiten hatte sie mit Muskelkater in Oberschenkeln, Armen und Schultern zu kämpfen.
"Es macht aber total Spaß zu fahren", sagte die Schülerin vor dem Start. "Ich mag auch das Gemeinschaftsgefühl." Das wird noch verstärkt durch ihre ebenfalls gestartete Zimmernachbarin Stella. Gemeinsam haben sie sich Mut gemacht.
Und so setzte sich der Tross in Bewegung. Übernachtet wird in Sporthallen. Sieben Erwachsene begleiten die Tour teilweise ebenfalls rollernd. Aber über die Route nach Berlin sollen die Jugendlichen schon selbst tüfteln. Das Motto heißt schließlich: Finde deinen Weg.













