Hoffmann lädt Minister Tiefensee zur Schloss-Besichtigung ein
Wiederaufbau der Braunschweiger herzoglichen Residenz war in den Diskussionen immer wieder Streitpunkt
Über die Äußerungen von Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee über den Wiederaufbau des Braunschweiger Schlosses ist Oberbürgermeister Gert Hoffmann empört.
Tiefensee ist Jurymitglied des Architektenwettbewerbs zum Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses. Wie in Braunschweig gab es auch da erbitterte Diskussionen. Architekten forderten den Bau eines modernen Gebäudes auf dem historischen Baugrund. Andere lehnten das mit dem Argument ab, Architekten hätten in der Nachkriegszeit genügend Bausünden in die Städte gestellt.
Von beiden Seiten ist das Braunschweiger Schloss immer wieder als Beispiel ins Feld geführt worden sowohl als positives als auch als negatives. Tiefensee hatte in einem Zeitungsinterview erklärt, er wolle für das Berliner Stadtschloss eine Lösung, "die anders als beim Römer in Frankfurt oder dem Schloss in Braunschweig einen Weg weist, wie man in unserem Jahrhundert mit einer solchen Aufgabe umgehen kann".
Für Hoffmann ist "dies leider ein typisches Statement von jemand, der wahrscheinlich unser Schloss von außen noch gar nicht vor Ort gesehen hat, mit Sicherheit nicht von innen". Seit ECE die Schloss-Arkaden mit großen Medienrummel eröffnet habe, glaubten alle, die danach nicht mehr da waren, im Schloss befinde sich hinter der Fassade ein Kaufhaus. Die Kultureinrichtungen würden außerhalb Braunschweigs gar nicht wahrgenommen.
Hoffmann will vermehrt Kritiker nach Braunschweig einladen, damit sie sich ein Bild vom Schloss sowie und den dort untergebrachten Kultureinrichtungen machen können. Allen voran Tiefensee. "Ich habe den Minister angeschrieben, und ihn nach Braunschweig zur Schloss-Besichtigung eingeladen."
Da auch in überregionalen Zeitungen immer wieder geschrieben wird, im Schloss sei ein Kaufhaus untergebracht, will die Stadt zur Aufklärung der wirklichen Situation Journalistenreisen für Vertreter der wichtigen Medien organisieren. "Dass allerdings erst dann, wenn auch das Schloss-Museum wirklich fertig ist, erst dann kann man sehen, was hinter der Schloss-Fassade passiert, und dass das sehr gut zur Rekonstruktion passt", sagt Hoffmann.
Diese Lösung hatte auch die Zustimmung des Vorsitzenden des Fördervereins für den Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses, Wilhelm von Boddien, gefunden, der sich für die Braunschweiger Lösung eingesetzt hatte, nachdem der Ursprungsplan das Schloss wirklich als Kaufhaus zu nutzen fallen gelassen worden war.













