Führungsstreit in Handwerkskammer
Kreishandwerkerschaft Süd-Ost-Niedersachsen fordert Rücktritt der Braunschweiger Vizepräsidenten
Der Streit in der Handwerkskammer Braunschweig nimmt an Heftigkeit zu. Die Kreishandwerkerschaft Süd-Ost-Niedersachsen fordert die Vizepräsidenten der Handwerkskammer, Eberhard Funke sowie Roman Hannover, zum sofortigen Amtsverzicht auf.
Auslöser des Streits ist die Frage, ob es Innungen in Zukunft gestattet sein soll, auch Betriebe aufzunehmen, die nicht tarifgebunden sind.
Dieser Ansicht ist die Kreishandwerkerschaft und beruft sich auf ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts. Der Vorstand der Handwerkskammer Braunschweig hatte sich jedoch einhellig gegen diese Möglichkeit ausgesprochen. Dagegen klagt die Kreishandwerkerschaft.
Dass Hannover und Funke, die Braunschweiger Vizepräsidenten der Handwerkskammer, in einem Bericht dieser Zeitung ihre Position verteidigt und erläutert haben, wirft ihnen nun die Kreishandwerkerschaft vor. Geschäftsführer Uwe Zinkler in einer Pressemitteilung: "Beide Vizepräsidenten haben nach Auffassung des Vorstandes der Kreishandwerkerschaft durch ihre öffentlichen Erklärungen ihre Amtspflichten massiv verletzt." Es sei nicht hinnehmbar, so Zinkler weiter, dass Funke und Hannover Internas aus nichtöffentlichen Sitzungen des Handwerkskammervorstandes via Interviews bekannt machten. Die Basis für eine weitere vertrauensvolle Zusammenarbeit sei restlos zerstört. Man werde sich, so Zinkler, beim Niedersächsischen Wirtschaftsministerium beschweren.
Hannover schloss einen Rücktritt aus: "Ich bin mir keines Fehlverhaltens bewusst und lasse mir nicht den Mund verbieten, wenn es um Antworten auf Fragen geht, die die Zukunft des Handwerks und der Handwerker der Stadt betreffen."
Ähnlich Funke. Er verwies auf die heutige Vollversammlung der Handwerkskammer, kündigte freilich an, er werde von seinem Amt ganz gewiss nicht zurücktreten: "Dafür gibt es überhaupt keinen Anlass. Ich stehe hundertprozentig zu meiner Meinung."













