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01. August 2010
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Operations-Simulator hilft, Ärzte besser auszubilden

Hals-, Nasen- und Ohrenklinik nimmt erstes Gerät in der Region in Betrieb

Von Bettina Habermann

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Was für Piloten der Flugsimulator ist, wird der Operationssimulator künftig für die Ärzte der Hals-, Nasen- und Ohrenklinik des Städtischen Klinikums sein. Mit dem ersten Gerät seiner Art in der Region können komplexe und komplizierte Eingriffe im Mittelohr und in den Nasennebenhöhlen realitätsnah trainiert werden.

Großartig nennt Prof. Dr. Heinz-Georg Schroeder die Möglichkeit, Assistenzärzte künftig am Simulator für Operationen ausbilden zu können. "Operationen im HNO-Bereich sind spezielle Eingriffe", erklärt der Klinik-Chef. Es handele sich um Ein-Mann beziehungsweise Ein-Frau-Operationen mit einem relativ kleinen Operationsfeld, das Assistenzärzten wenig Einsicht biete. Bislang seien sie an Gipsmodellen ausgebildet worden.

Widerstände werden bei virtuellem Eingriff spürbar

Auf dem Simulator sind zu Ausbildungszwecken Operationen mit unterschiedlich hohem Niveau gespeichert. So können sich Assistenzärzte anhand eines abgestuften Lernmodells mit verschiedenen Eingriffen auseinandersetzen.

Als Basis dienen computertomografische Bilder, die durch eine Spezialbrille dreidimensional erscheinen. Nimmt der Arzt den OP-Bohrer zur Hand, bekommt er eine haptische Rückkopplung, das bedeutet, das Bohren im virtuellen Operationsfeld wird fühlbar. Der Nutzer spürt, wo Widerstände größer sind oder wo er mehr oder weniger Druck ausüben muss.

Bereiche wie Gehörknöchelchen und Blutgefäße, die bei der Operation nicht berührt werden dürfen, können farblich markiert werden. Ziel des Trainings: Sich in schwieriger Umgebung zurecht zu finden und nichts zu beschädigen.

"Der OP-Simulator kann aber auch von erfahrenen Operateuren genutzt werden", betont Chefarzt Schroeder. Zur Vorbereitung eines Eingriffs kann das Gerät mit den Patientendaten gefüttert werden. "Auf diese Weise kann sich der Arzt mit den individuellen anatomischen Gegebenheiten des Patienten vertraut machen, die Operation vor dem eigentlichen Eingriff üben und sich so vor Überraschungen schützen."

Vor komplizierten Operationen biete der Simulator auch die Möglichkeit, sie dem Patienten in dreidimensionaler Darstellung zu erklären. Besonders diese bewertet Oberarzt Dr. Clemens Schmidt positiv am OP-Simulator. In Büchern fänden sich nur zweidimensionale Abbildungen. "Man hat Berührungsängste und arbeitet sehr vorsichtig", berichtet Assistenzarzt Dirk Spörecke von seinen ersten Erfahrungen am Simulator.

Das Gerät hat einen Wert von 46 000 Euro. Die Anschaffung war möglich durch die Mitfinanzierung des Vereins der Freunde und Förderer des Klinikums. Nach Angaben der Vorsitzenden Christine Wolknik übernahm der Verein 31 000 Euro.

Donnerstag, 08.01.2009
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/9682445/menuid/2048
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