Mehr als 3000 Eltern stehen hinter der Gesamtschule
Stadt will am Freitag Standort für die geplante vierte IGS vorschlagen
Eltern von mehr als 3000 Grundschülern würden ihr Kind an einer Integrierten Gesamtschule (IGS) anmelden. Formal ist nach der Elternbefragung nun erfüllt, was der Rat längst beschlossen hatte: Braunschweig bekommt im Sommer die vierte IGS.
Volkmarode oder Heidberg? Wo die neue Gesamtschule entstehen wird, entscheidet die Politik in den nächsten zwei Wochen. Am Freitag wird die Verwaltung ihren Standort-Vorschlag bekanntgeben, eine Woche darauf berät der Schul-Ausschuss und am 27. Januar stimmt der Verwaltungsausschuss endgültig ab.
Die vom Land verfügte Elternbefragung hat die hohe Nachfrage nach IGS-Plätzen mit Nachdruck bestätigt. Erhöhten Zuspruch haben die Eltern sowohl im Nordosten (Volkmarode) als auch im Süden (Heidberg) bekundet.
Die Anzeichen sprechen dafür, dass die Stadtverwaltung an ihrem Vorschlag Volkmarode festhalten wird. Die SPD hatte unter anderem mit der Begründung einer gleichmäßigen regionalen Verteilung im Stadtgebiet Heidberg als mögliche neue IGS-Heimat ins Gespräch gebracht. Die CDU lehnt diese Alternative ab, so die schulpolitische Sprecherin Anke Kaphammel.
Gewiss ist: Schuldezernent Wolfgang Laczny wird sich trotz der hohen Zustimmung nicht auf eine Debatte über eine fünfte IGS einlassen – auch wenn nach Eröffnung der Nummer vier über 200 Plätze je Klassenstufe fehlen werden.
Laczny: Auswirkungen auf Schullandschaft sind offen
"Quantitativ wäre eine solche Möglichkeit gegeben", sagt Laczny. Aber schon die Auswirkungen nur einer neuen IGS mit fünf Parallelklassen je Jahrgang auf die Braunschweiger Schullandschaft lasse sich nicht prognostizieren. "Das wäre bei einer weiteren IGS schon gar nicht mehr möglich. Deshalb wollen wir erst einmal Erfahrungen mit einer neuen IGS abwarten, zumal dies mit einer Investition in zweistelliger Millionenhöhe für Umbau und Erweiterung verbunden ist."
Abzuwarten bleibe auch, wie das Land auf den schwindenden Zuspruch für die Hauptschulen reagiere und welche Kooperationsformen mit Realschulen daraus entstehen könnten. "Wir müssen uns Zeit nehmen", sagt auch Anke Kaphammel.
Manfred Pesditschek, Chef der SPD-Ratsfraktion, wünscht sich dagegen "eine Planung mit Vollgas", die der hohen Zustimmung für die IGS gerecht werde und auch die Anmelde-Prognosen für andere Schulformen berücksichtige. Die Eltern hatten sich auf dem Fragebogen auch für Gymnasium, Real- oder Hauptschule entscheiden können.
Diese Ergebnisse allerdings sind aus Sicht von Laczny nicht repräsentativ und nicht verwertbar. "70 Prozent der Eltern haben sich beteiligt, 30 Prozent aber auch nicht. Es ist davon auszugehen, dass diese zu einem größeren Teil das dreigliedrige System bevorzugen. Wir wissen aber eben nicht, in welchem Verhältnis sie sich aufteilen."











