Ehemalige Kneipe am Kohlmarkt wird neuer Gauß-Kulturtreff
"Internationaler Kreis der Carl-Friedrich-Gauß-Freunde" richtet Klubhaus ein
Studenten und junge Naturwissenschaftler aus 14 Nationen haben in Braunschweig den "Internationalen Kreis der Carl-Friedrich-Gauß-Freunde e. V." gegründet.
Ein Klubhaus gibt es auch schon: die Räume der ehemaligen "Jakobsklause" in der Jakobstraße unweit des Kohlmarkts. Möglicher künftiger Name: Gauß-Haus in der Jakobsklause.
Initiator des Vereins ist der marokkanische Mathematikstudent Younouss Wadjinny. Von Gauß, dem genialen Braunschweiger Mathematiker inspiriert, wollen die bislang 32 Vereinsmitglieder das Gauß-Haus in ein Kulturzentrum verwandeln.
Mitglied werden kann man durch einen symbolischen Beitrag von einem Euro im Monat. Der alte Gauß (1777 1855), der sich ja auch für Literatur und Fremdsprachen interessierte, wird von den Vereinsmitgliedern in seiner ganzen anregenden Fülle gesehen. Gauß, finden sie, bietet den Stoff für einen neuen bunten Strauß.
Eine erste schöne Blüte wird das Theaterstück, das gerade Younouss Wadjinny mit der Theater-AG des Martino Katharineums einübt. Schülerinnen spielen eineinhalb Stunden berühmte Mathematiker und Mathematikerinnen, die Weltgeschichte geschrieben haben. Hatten diese nur Mathe im Kopf? Es waren wohl auch Menschen mit normalen Schwächen. So erfahren die Zuschauer, warum und worum Newton und Gottfried Wilhelm Leibniz einst gestritten haben und ob Carl Friedrich Gauß noch Zeit für die Liebe hatte.
Nebenbei macht Younouss Wadjinny seine Schülerinnen auch noch mit dem "Goldenen Schnitt" und dem "Binär-System" bekannt.
Von Montag bis Freitag wird im Gauß-Haus etwas los sein: Kulturfrühstück, Schach, Mathematik zum Anfassen, Welt der Sprachen. Und immer wieder Biographisches zu Gauß. An jedem Mittwoch treffen sich Interessierte zum Astronomie-Stammtisch. Am Freitagabend wird das Gauß-Haus zum "Café littéraire".
Jeden Sonntag beginnt um 11 Uhr in der Jakobstraße eine Gauß-Stadtführung. Zu Gauß werden auch Exkursionen angeboten, unter anderem nach Helmstedt und Göttingen. In Helmstedt soll Gauß 1799 seine Doktorarbeit geschrieben haben. In Göttingen, wo er Jahrzehnte Professor war, verfasste Gauß unter anderem ein Gutachten über die Universitäts-Witwenkasse. Er schuf damit die Grundlagen für die heutige Versicherungsmathematik.
Was noch? Im Gauß-Haus wird Nadine Rottluff für sechs- bis zehnjährige Kinder ein Seminar anbieten zum Thema "Die Magie der Mathematik". Experimente, Rechenrätsel, Knobeleien und mehr.













