Geplante Golfanlage erhitzt Gemüter
Projektentwickler Christian Arenz: Bau wird immer wahrscheinlicher Skepsis in Mascherode bleibt
210 Hektar Land, drei 18-Loch-Golfplätze und ein Spitzenhotel. Welch gigantisches Projekt für Braunschweig. Bis zu 40 Millionen Euro sollen dafür Investoren auf den Tisch blättern. 50 000 Gäste mehr sollen pro Jahr nach Braunschweig kommen, um im Golfresort Mascherode einzulochen, um Urlaub zu machen. Das sind Eckdaten eines Plans.
Kopfschütteln, ungläubiges Staunen, Begeisterung Projektentwickler Christian Arenz erntet die ganze Bandbreite möglicher Reaktionen, wenn er von dem Plan erzählt. Die Gaststätte "Zum Eichenwald" wird in Sachen Golfresort zur Gerüchteküche Nummer 1. Ganz Mascherode diskutiert.
Mal heißt es da an der Theke: Das Projekt ist gestorben. Dann heißt es: Es geht auf jeden Fall los. Einer sagt: So lange einige Grundstückseigentümer nicht verkaufen, bleibt es eine Luftnummer. Ein anderer erwidert: Quatsch, die können auch um Felder in der Mitte herum ihre Golfplätze anlegen. Manche meinen, dass niemand so eine riesige, neue Golfanlage brauche, schließlich gebe es schon sieben in der Region. Und wieder andere setzen auf die Ankurbelung des Tourismus für die ganze Stadt.
So richtig weiß niemand, was zur Zeit Sache ist. Wir fragen also Christian Arenz, jenen Mann, der die Idee auf die Spitze treiben will. Er ist optimistisch: "Das Minimalkonzept mit zwei Golfplätzen ist sicher. Die Investoren sind dabei, werden es finanzieren. Natürlich hoffen wir, auch das restliche noch benötigte Land erwerben zu können. Der große Wurf ist unser Wunsch."
Das Minimalkonzept sieht zwei Golfplätze vor. Baubeginn soll so oder so nach der Ernte 2010 sein, sagt Arenz. 170 Hektar Land seien in Abwicklung, der Antrag auf Änderung des Flächennutzungsplans in Vorbereitung. Ein hiesiger Landschaftsgärtner sei mit der Planung der Golfplätze beauftragt. Naturschutz genieße Priorität, so Arenz.
Wir rufen bei der Stadt Braunschweig an, wollen wissen, wie sie das Projekt Monate nach dem ersten Bekanntwerden einordnet. Schriftlich bekommen wir diese Antwort: "Die Verwaltung äußert sich derzeit zu dem Thema nicht."
Für einen der Grundstückseigentümer ist der Plan nur eine Vision, nicht mehr. Der Eigentümer, er möchte in diesem Zusammenhang anonym bleiben, sagt: "Ich habe nie ein Kaufangebot erhalten, sondern nur einen unsicheren Pachtvertrag vorgelegt bekommen. Wir kennen den Investor nicht, nicht den Hotelbetreiber. Mir ist das alles viel zu windig."
Bezirksbürgermeister Dirk Rühmann (CDU) würde das Golfresort begrüßen. "Es wäre eine Aufwertung für den Bezirk, für Braunschweig", sagt er. Die Hand dafür, dass es wirklich kommt, will er freilich nicht ins Feuer legen.
SPD-Ratsherr Detlef Kühn ist noch skeptischer: "Ich kenne keine belastbaren Fakten." Im Planungs- und Umweltausschuss war das Golfresort bislang noch kein Thema.













