Santana: Über Wolfsburg zur WM
Der an San Lorenzo ausgeliehene VfL-Profi kehrt frühestens in zwei Wochen zurück Angebot aus Argentinien
BUENOS AIRES. Eigentlich wäre Jonathan Santana lieber mit dem VfL ins Trainingslager nach Sylt gefahren. Doch der an den argentinischen Klub CA San Lorenzo ausgeliehene Mittelfeldspieler des Fußball-Bundesligisten darf frühestens in zwei Wochen nach Wolfsburg zurück.
"Die Saison in Argentinien läuft noch bis zum 5. Juli", erklärt Santana. Für den argentinischen Traditionsverein geht es im Liga-Endspurt noch um die Qualifikation für die "Copa Libertadores", die südamerikanische Champions-League. "Wann ich nach Deutschland zurückkehre, weiß ich noch nicht", sagt Santana, der Anfang des Jahres in seine Heimat wechselte.
Der 27 Jahre alte Argentinier hängt in der Warteschleife, was seine sportliche Zukunft betrifft. Die furiose Aufholjagd seiner VfL-Kameraden in der Rückrunde der abgelaufenen Spielzeit bis an die Spitze der Bundesliga hat er von der Couch aus im TV verfolgt mit einer Mischung aus Freude und Wehmut: "Ich bin stolz auf meine Kollegen. Sie haben Geschichte geschrieben."
Zu gerne hätte er am 23. Mai die Meisterschale in den Wolfsburger Himmel gereckt. "Doch Anteil am Erfolg habe ich ja auch wenn auch nur einen ganz kleinen", tröstet sich Santana, der in der Hinrunde insgesamt sechsmal für den VfL auf dem Platz gestanden hatte. Die vorerst letzte von bislang insgesamt 34 Bundesliga-Partien für Wolfsburg bestritt er am 25. Oktober vergangenen Jahres beim 2:4 in München.
An seinem Wunsch, sich im zweiten Anlauf bei den Niedersachsen durchzusetzen, lässt er jedoch keinen Zweifel. Die Meisterschaft zu verteidigen und in der Champions League zu spielen reizt Santana zusätzlich. Dass Veh ihn zum Saisonaufgalopp kennen lernen wollte, wertet der bei Felix Magath in Ungnade gefallene Südamerikaner als positives Zeichen. "Man scheint mich noch nicht abgeschrieben zu haben." Die persönlichen Probleme mit Magath sind Vergangenheit. "Ich war verletzt und bin trotzdem zur Nationalelf geflogen", nennt er den Grund für den Bruch.
Beim Thema Nationalmannschaft will er künftig allerdings weiterhin keine Kompromisse eingehen. Obwohl in Argentinien geboren, läuft Santana seit 2007 für Paraguay auf, dem Geburtsland seiner Mutter. Vier Spieltage vor Ende der Südamerika-Qualifikation ist das Ticket zur WM 2010 zum Greifen nahe. "Es ist mein großer Traum, mit Paraguay in Südafrika dabei zu sein." Santana weiß, dass er in der kommenden Saison regelmäßig Spielpraxis im Verein braucht, um seinen WM-Traum am Leben zu halten. "Ich muss die Angebote daher genau prüfen und entscheiden, wo die Perspektiven für mich am besten sind."
Der VfL ist dabei nicht die einzige Option. Dieser Tage hat der argentinische Erstligist Club Atlético Independiente ebenfalls Interesse an den Diensten des defensiven Mittelfeldakteurs gezeigt. Dass San Lorenzo die Kaufoption zieht, scheint indes ausgeschlossen. Ähnlich wie beim VfL bremsten kleine Verletzungen Santana immer wieder aus. Nur neun Pflichtspieleinsätze stehen seit Februar auf seinem Konto.
Mittlerweile ist er aber wieder im Vollbesitz seiner Kräfte und will endlich durchstarten. Am liebsten in Wolfsburg und von dort in Richtung Südafrika.













