Spannungen trotz Reaktion
VfL: Zwischen Trainer Lorenz-Günther Köstner und Spielmacher Zvjezdan Misimovic gärt es weiter
WOLFSBURG. Harmonie sieht anders aus: Auch zwei Tage nach dem Spiel gegen Bayern München und der erneuten Auswechslung von Zvjezdan Misimovic ist die Stimmung zwischen dem VfL-Spielmacher und Trainer Lorenz-Günther Köstner weiter angespannt.
Misimovic, der unmittelbar nach dem Bundesligaspiel am Samstag noch geschwiegen hatte, machte seinem Ärger im aktuellen Kicker ein wenig Luft: "Kein Spieler geht gerne raus. Ich habe bestimmt nicht mein bestes Spiel gemacht. Ich denke aber, die erste Halbzeit war okay, die zweite nicht mehr so", sagte der Bosnier. Nach seiner Auswechslung in der 72. Minute hatte er Köstner den Handschlag verweigert und anschließend seine Handschuhe weggeworfen.
Der Interimstrainer des VfL Wolfsburg wiederum nahm diese Provokation nicht ohne weiteres hin. Er erwarte jetzt von Misimovic eine Trotzreaktion auf dem Trainingsplatz, " nicht durch Quatscherei", hatte Köstner am Samstag gesagt.
In der gestrigen Einheit zeigte sich der Spielmacher dann überaus engagiert. Doch der Konflikt mit dem Trainer lässt sich offenbar nicht mit ein paar Grätschen und Traumpässen beilegen. Zwar sagte Köstner: "Es gibt kein Problem mit Misimovic", aber seine Körpersprache ließ das Gegenteil erahnen.
Der 58-Jährige hat in dem Bosnier anscheinend den personifizierten Schlendrian ausgemacht, den noch von der Meisterschaft satten Profi, alle Probleme der "Wölfe" in einem Spieler konzentriert. Und so knurrte Köstner auf die Frage, ob er denn bereits die geforderte Trotzreaktion von Misimovic beim Training gesehen habe: "Zumindest wie immer gute Ansätze."
Sechs Tore und fünf Vorlagen in der bisherigen Fußball-Bundesligasaison. Zwei Tore, eine Vorlage im DFB-Pokal. Ein Tor, zwei Vorlagen in der Champions League. Das ist Misimovic Bilanz bisher. In der Hinrunde gehörte er eindeutig zu den Leistungsträgern beim VfL, erst danach baute er etwas ab. Und beklagt sich jetzt im Kicker über die Bequemlichkeits-Diskussion, die Köstner und Manager Dieter Hoeneß angestoßen haben. "Die Laufwerte sprechen nicht dafür", sagte der Bosnier.
Köstner unterstrich gestern erneut, dass auch in den nächsten Tagen harte Trainingsarbeit auf die Profis zukommt. Misimovic sieht darin nicht unbedingt den Schlüssel zum Erfolg: "Ich denke, dass wir auch vorher konditionell gut waren, kein Gegner hat uns niedergerannt. Das wäre eine billige Ausrede."











