Fanbeauftragte gegen Pyrotechnik
Michael Schrader und Holger Ballwanz diskutieren mit Kollegen in Bochum
WOLFSBURG. Die Fanbeauftragten der Fußball-Bundesligisten haben sich besorgt über die ihrer Ansicht nach zunehmende Gewalt und den Einsatz von Pyrotechnik unter Fans geäußert.
Am Montag waren sie in Bochum zusammengekommen. Dort, wo am 27. Februar mehrere Nürnberger Anhänger durch brennendes Magnesiumpulver im Gästeblock schwer verletzt worden waren. Beim Treffen dabei: Die beiden Wolfsburger Fanbeauftragten Holger Ballwanz und Michael Schrader. "Das war das beste Gespräch seit langem", urteilt Schrader. "Bis jetzt hat jeder Klub sich vorrangig um seine eigenen Probleme gekümmert. Nun arbeiten sie besser zusammen."
Am Ende des Treffens wurde ein offener Brief an die deutschen Fanszenen formuliert, der Chaoten zur Räson bringen soll. Darin heißt es: "Pyrotechnik, zunehmende Gewalt, gegenseitiges Berauben und das anschließende Präsentieren der geraubten Fanartikel sind Fehlentwicklungen, die wir nicht wünschen und die uns zunehmend Sorge bereiten. Vor allem Teile der Ultra-Szenen schaden dadurch sich selbst und am Ende allen Fans."
Schrader ärgert sich besonders darüber, dass ein kleiner Bruchteil von Fans so die öffentliche Diskussion bestimmt. "Ich sage es nicht gerne, aber gegen die muss man mit allen rechtstaatlichen Mitteln vorgehen", meint Schrader.
Der offene Brief erinnert die radikalen Anhänger auch daran, was ihre strafbaren Aktionen für Folgen haben können. Nicht nur für ihre Opfer oder sie persönlich, auch für die gesamte deutsche Fankultur.
"Der Druck der Politik steigt mit jeder sinnlosen Aktion", heißt es in dem offenen Brief, der auch auf der Internetseite des VfL Wolfsburg veröffentlicht ist. Intimere Durchsuchungen beim Stadionbesuch, reduzierte Kartenkontingente oder der Wegfall der Stehplätze seien künftig zu Befürchten, so die Fanbeauftragten.
Zwar stehen aktuell die Nürnberger Ultras im Fokus der Kritik, aber auch Wolfsburger Fans zündelten in dieser Saison schon in den Gästeblöcken von Bremen, Hannover, Hamburg und Frankfurt. 31 Anhänger haben derzeit ein Stadionverbot. Auch die Gewaltbereitschaft sei in der VfL-Szene gestiegen, sagt Schrader. fe













