Daumen drücken für Werder Bremen
Der VfL hat mehrere Möglichkeiten, auch in der nächsten Saison im internationalen Geschäft starten zu können
WOLFSBURG. Reicht er, oder nicht? Diese Frage beschäftigt derzeit die Fans des Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg. Es geht um den sechsten Tabellenplatz, der unter Umständen für die Europapokal-Qualifikation genügt.
Zwar weisen alle beim VfL offiziell eventuelle Gedankenspiele weit von sich, doch intern wird schon mal der Rechenschieber rausgeholt. "Platz 6 ist eine Option", gab Marcel Schäfer nach dem 4:0-Sieg der "Wölfe" bei Borussia Mönchengladbach zu. Und Sascha Riether hatte schon vor der Partie angedeutet, dass der sechste Rang nicht weit weg sei.
Aber wie realistisch sind diese Hoffnungen? Jedenfalls gar nicht mal so abwegig. Die Ausgangslage ist klar: Es kommt auf das Finale im DFB-Pokal an. Stehen sich dort am 15. Mai in Berlin zwei Mannschaften gegenüber, die sich bereits über die Bundesliga für den Europapokal qualifiziert haben, darf auch der Sechste in der nächsten Saison international starten.
Für die "Wölfe" bedeutet das: Sie müssen Werder Bremen die Daumen drücken. Erstens im Halbfinale des DFB-Pokals gegen Zweitligist Augsburg und zweitens in der Bundesliga. Stehen die Bremer im Endspiel und werden in der Liga mindestens Fünfter, reicht für den VfL Platz 6. Die beiden anderen möglichen Finalisten, München und Schalke, haben ihren Startplatz für Europa bereits so gut wie sicher. Deshalb können die "Wölfe" Werder in der Liga den Vortritt lassen.
Das heißt aber auch, dass sich eines für die Wolfsburger nicht ändert. Sie müssen den Rückstand auf den Fünften Hamburg aufholen. Denn die Hanseaten würden aktuell von der Bremer Finalteilnahme profitieren, sollte Werder sie überholen. Die Ausgangslage ist also nicht groß anders: Der VfL muss mindestens sechs Punkte auf den HSV aufholen. Doch in beiden vergangenen Jahren haben die "Wölfe" stets bewiesen, dass sie im Saison-Endspurt stark sind. 2009 holten sie die Meisterschaft, ein Jahr zuvor schafften sie am letzten Spieltag die Qualifikation für den Uefa-Cup. Besser zu kalkulieren ist da schon der Weg über die aktuelle Saison in der Europa-Liga. Die Mannschaft, die den Cup gewinnt, startet auch in der nächsten Spielzeit in diesem Wettbewerb. Egal, ob sie sich in der Liga dafür qualifiziert hat oder nicht.
Soweit will Trainer Lorenz-Günther Köstner gar nicht in die Zukunft blicken. "Das bringt nichts. Ich schaue von Spiel zu Spiel. Zumal wir in der aktuellen Situation auf die Ergebnisse der anderen Vereine angewiesen sind", sagt er. Doch auch bei ihm glimmt ein Fünkchen Hoffnung. "Wenn wir weiter so erfolgreich spielen, ergeben sich gewisse Sachen von allein."
So wie in den vergangenen zwei Jahren













