Erst die Verlängerung bringt den VfL weiter
Fußball-Europaliga: Wolfsburg siegt dank Gentner fast mit dem Schlusspfiff
WOLFSBURG. In der Fußball-Europa-Liga hat der VfL Wolfsburg den Einzug ins Viertelfinale geschafft. Erst in der Verlängerung brachte Christian Gentner die Entscheidung beim 2:1 (1:1, 0:1) gegen Rubin Kasan.
Trainer Lorenz-Günther Köstner überraschte vor Anpfiff mit einer Änderung im
Sturm: Für den zuletzt schwachen Obafemi Martins begann Ashkan Dejagah neben
Edin Dzeko. Grafite hatte gestern Morgen wieder leichte Beschwerden und stand
deshalb doch nicht im Kader. In die Innenverteidigung rückte Jan Simunek, Sascha
Riether spielte im rechten Mittelfeld, Makoto Hasebe musste zunächst auf die
Bank.
Der VfL ließ hinten nichts anbrennen und beschäftigte vorne Kasans
Defensive mit schnellen Vorstößen über die Außen. Nach einer flachen Hereingabe
von Edin Dzeko schoss Dejagah aus kurzer Distanz Torwart Sergej Ryzhikov an (15.
Minute). Zuvor hatte schon Christian Gentner aus spitzem Winkel knapp verzogen.
In der 17. Minute landete eine etwas verunglückte Flanke von Marcel Schäfer bei
Dzeko – der Bosnier verfehlte aber das Tor des russischen
Meisters.
Relativ ansatzlos gerieten die „Wölfe“ dann in Rückstand. Peter
Pekarik hatte Alan Kasaev aus den Augen verloren, der aus halblinker Position
abzog. VfL-Keeper Marwin Hitz machte keine gute Figur in der kurzen Ecke, und es
stand 0:1 für Rubin (21.).
Das Spiel wurde ruppiger. Kasan machte die
Räume eng, Wolfsburg kam trotz Feldüberlegenheit kaum noch in Strafraumnähe und
leistete sich zunehmend Abspielfehler.
Gefährlich wurde es vor der Pause
noch einmal, als sich Simunek gegen Aleksandr Bukharov im Kopfballduell
verschätzte, Hasan Kabze kaum bedrängt aber kein Kapital daraus schlagen
konnte.
Zum Wiederanpfiff brachte Köstner dann doch Martins, Pekarik
räumte das Feld. Und es war der Nigerianer, der den VfL mit dem 1:1 bald darauf
wieder ins Rennen brachte. Aus kurzer Distanz köpfte er unter die Latte, von da
sprang der Ball ins Tor und wieder hinaus. Dank des in der Europaliga üblichen
Torrichters bestand aber kein Zweifel: 1:1 (58.).
Es entwickelte sich
eine lebendige Partie: Auf der anderen Seite musste Hitz sogleich auf der Linie
gegen Bukharov retten. Mehrmals hatte der VfL Glück, dass Rubins Pässen im
entscheidenden Moment die Präzision fehlte. Vorne probierte es Martins mit einem
Weitschuss aus 24 Metern. Ein Tor von Dzeko in der Nachspielzeit wurde zu
Unrecht wegen Abseits aberkannt – durch das 1:1 im Hinspiel war so die
Verlängerung in der VW-Arena unumgänglich. Die musste Kasan nach Gelb-Rot gegen
César Navas mit zehn Mann zuende spielen.
Die Erlösung kam durch
Christian Gentner, der aus gut 16 Metern präzise zum 2:1 ins Toreck
traf.
Morgen Mittag lost die Uefa in Nyon aus, wer am 1. und 8. April
Gegner des VfL im Viertelfinale sein wird.













