Hertha BSC düpiert den Meister
Schwacher VfL Wolfsburg geht gegen Tabellenletzten Berlin zu Hause mit 1:5 unter – Ehrentreffer von Grafite
WOLFSBURG. Der Aufwärtstrend des VfL Wolfsburg in der Fußball-Bundesliga ist vorerst beendet. Zu Hause setzte es gegen den Tabellenletzten Hertha BSC Berlin eine 1:5 (1:3)-Niederlage.
Drei Tore von Theofanis Gekas und zwei seines Sturmpartners Adrian Ramos besiegelten den Berliner Auswärtssieg gegen eine unkonzentrierte, wenig frische VfL-Elf, die noch am Donnerstag im Europapokal über 120 Minuten hatte gehen müssen.
Dem Kraftakt gegen Kasan musste Peter Pekarik Tribut zollen. Trainer Lorenz-Günther Köstner ließ den Slowaken auf der Bank, brachte Makoto Hasebe im rechten Mittelfeld, Sascha Riether spielte Rechtsverteidiger. Neben Edin Dzeko durfte Obafemi Martins im Sturm beginnen.
Mit dem Rücken zur Wand stehe die Hertha, deswegen dürfe man sie keinesfalls unterschätzen, hatte VfL-Mittelfeldmann Christian Gentner vor dem Spiel gesagt – aber auch einen klaren Sieg gegen den abstiegsbedrohten Hauptstadtklub gefordert: "Mitleid ist im Fußball fehl am Platz."
Bemitleidenswert präsentierte sich aber zunächst nicht der Gast, sondern allein die Wolfsburger Defensive. Bereits in der 6. Minute ließ Jan Simunek Hertha-Stürmer Theofanis Gekas im Strafraum bequemen Freiraum, der Grieche traf locker zum 0:1. Zwei Minuten später verschätzte sich Simunek grob beim Kopfball, Alexander Madlung kam nicht mehr hinter Ramos her, und der Fast-schon-Absteiger führte beim deutschen Meister 2:0.
Und legte nach. In die Schnittstelle zwischen Madlung und Simunek spielte Cicero Gekas an, der aus spitzem Winkel zum 0:3 einschob. Damit war die Partie nach 26 Minuten schon so gut wie entschieden.
Der VfL bestimmte das Spiel – war aber viel zu träge. Hertha beschränkte sich auf blitzschnellen Konterfußball. Cicero traf den Außenpfosten (31.), von den "Wölfe"-Fans kamen die ersten Pfiffe. Köstner hatte genug von Simunek gesehen und brachte den gerade erst wieder zum Kader gestoßenen Grafite. Mit seinem ersten Ballkontakt markierte der Brasilianer sogleich aus kurzer Distanz das 1:3, Dzeko hatte ihm aufgelegt (36.).
Der VfL fand nach der Pause zumindest die nötige Aggressivität wieder, Gefahr konnte er weiter kaum entwickeln.
Schrecken verbreitete aber wieder Cicero, dessen Schuss das Tor von Marwin Hitz nur knapp verfehlte (55.). Die Wolfsburger Defensive wackelte fortgesetzt vor sich hin. Niemand stoppte den Sololauf von Hertha-Kapitän Arne Friedrich, der in Gekas einen fröhlichen Abnehmer seines Passes fand. Der Grieche düpierte Madlung, Marcel Schäfer und Hitz – 1:4 (63.).
Selbst die sonst verlässlichsten VfLer bekamen nun nichts mehr auf die Reihe. Nach schöner Flanke von Schäfer setzte Dzeko einen Kopfball völlig freistehend daneben (75.).
Auch die Hereinnahme von Karim Ziani und Ashkan Dejagah machte keinen Unterschied mehr. Berlin ließ sich nicht beirren. Den Schlusspunkt zum 1:5 setzte Ramos in der 84. Minute.
Hertha BSC entführte den erst dritten Saison-Dreier aus Niedersachsen und ist wieder voller Hoffnung auf den Klassenerhalt.













