"Man muss Diego Zeit geben"
Nationalspieler Sascha Riether äußert sich im Interview zur aktuellen Lage beim VfL Wolfsburg und beim DFB
WOLFSBURG. Als einziger Spieler des VfL Wolfsburg steht Sascha Riether im aktuellen Aufgebot der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Vor dem heutigen EM-Qualifikationsspiel in Belgien (ab 20.45 Uhr) sprach er mit WN-Mitarbeiter Thorsten Grunow.
Herr Riether, im August haben Sie im Freundschaftsspiel in Dänemark ihren ersten Länderspieleinsatz feiern können. Nicht wenige hatten gedacht, dass es bei diesem einen Spiel bleiben würde. Überrascht Sie Ihre Nominierung für das erste EM-Qualifikationsspiel?
Natürlich haben viele gedacht, dass es eine einmalige Sache für mich sein würde, weil viele Spieler, die bei der WM dabei gewesen waren, in Kopenhagen geschont wurden. Umso mehr freut es mich, dass ich jetzt, da alle WM-Fahrer wieder im Aufgebot sind, mit dabei sein kann.
Rechnen Sie sich Chancen aus, gegen Belgien von Beginn an aufzulaufen?
Für die Startelf wird es wohl nicht reichen. Aber ich gebe im Training mein Bestes, die Entscheidung liegt dann bei Joachim Löw.
Wie ist kurz vor dem Start der Qualifikation die Stimmung in der deutschen Mannschaft?
Die Stimmung ist locker, aber dennoch sind alle sehr gut konzentriert. Hier ist eine junge, zielstrebige Mannschaft zusammen, die zudem ein guter Teamgeist auszeichnet. Da weiß man sofort, warum diese Mannschaft in Südafrika bei der WM so erfolgreich gespielt hat. Für das heutige Spiel ist die Zielsetzung klar: Wir wollen gut in die EM-Qualifikation starten.
Ist für Sie die Nationalmannschaft auch eine gute Möglichkeit, um sich von dem misslungenen Saisonstart mit dem VfL abzulenken?
Einerseits wäre ich gerne bei meiner Mannschaft, um die Partie gegen Mainz mit aufzuarbeiten. Andererseits denke ich, dass es eine gute Gelegenheit für mich ist, den Kopf frei zu bekommen. Vielleicht tut mir die Luftveränderung gut.
Hatten Sie schon Gelegenheit, mit VfL-Trainer Steve McClaren die 3:4-Niederlage gegen Mainz genauer zu analysieren?
Dafür war leider keine Zeit. Direkt nach dem Spiel musste ich zur Dopingkontrolle, danach ging es dann weiter zur Nationalmannschaft.
Kurz vor Ende der Transferfrist hat sich der VfL von Zvjezdan Misimovic getrennt. Bedauern Sie seinen Abgang?
Natürlich. Es ist schade, weil er ein super Fußballer ist, der maßgeblichen Anteil an unserer deutschen Meisterschaft hatte. Außerdem war er auch menschlich ein super Typ für die Mannschaft.
Kann Diego "Zwetschge" Misimovic ersetzen?
Jeder hat gegen Mainz gesehen, was Diego fußballerisch drauf hat. Er ist eine Riesenverstärkung für uns. Aber man muss ihm auch Zeit gegen, sich einzugewöhnen und die Mannschaft kennenzulernen. Es wird nicht leicht für ihn, denn "Zwetschge" kannte unsere Laufwege in- und auswendig.
Hat es Sie verwundert, dass der VfL nach der Verpflichtung von Diego nicht, wie zunächst vermutet, noch weitere Spieler, etwa für die Außenbahnen, verpflichtet hat?
Es wurde in den Zeitungen ja viel darüber geschrieben und spekuliert. Ich glaube, dass unser Kader stark genug ist, um oben in der Liga mitzuspielen. Wir brauchen keine weiteren Verstärkungen.
In der Liga geht es als nächstes nach Dortmund. Steht der VfL schon am dritten Spieltag mit dem Rücken zur Wand?
Natürlich nicht. Wir sind in den beiden Spielen ja nicht untergegangen, sondern haben teilweise sehr gut gespielt und nur die Punkte liegen gelassen. Denen brauchen wir jetzt aber nicht nachzutrauern. Wir müssen weiter konzentriert arbeiten.













