Andrea Barzagli ist noch immer fassungslos
Der Italiener kann sich die Niederlage gegen Mainz nicht erklären und nimmt Nebenmann Simon Kjaer in Schutz
WOLFSBURG. Nein, viel reden wollte Andrea Barzagli zu Wochenbeginn nicht. Interviews ging der Italiener nach der 3:4-Pleite des Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg gegen den FSV Mainz 05 erst einmal aus dem Weg. Nur allmählich findet der 29-Jährige seine Sprache wieder. Eine Erklärung, warum der VfL eine 3:0-Führung noch herschenkte, findet Barzagli immer noch nicht. "Ich finde keine Worte für das, was gegen Mainz passiert ist. Wir verstehen es alle nicht", sagt er.
Auch gegen Mainz stand Barzagli wieder in der Startelf des VfL. Dabei hatte in der Sommerpause vieles auf einen Abschied des Italieners hingedeutet. Mit Simon Kjaer und Arne Friedrich wurde für 14 Millionen Euro eine neue Innenverteidigung verpflichtet. Weil Friedrich aber nun nach einer Bandscheiben-Operation ausfällt, ist der schon fast abgeschobene Barzagli wieder gefragt.
Dass VfL-Manager Dieter Hoeneß zuvor wiederholt erklärt hatte, man würde den Innenverteidiger bei einem guten Angebot gehen lassen, hat Barzagli registriert. "Natürlich fühlt man sich dann nicht genügend gewürdigt und macht sich Gedanken über seine Zukunft im Verein", bekennt er.
Nachkarten will der 25-fache Nationalspieler nicht. "Das ist vorbei. Man muss professionell denken und sich auch so verhalten. Es ehrt mich, wenn ich nun wieder gebraucht werde", findet Barzagli, der kein Problem darin sieht, den Hebel von Ersatz- wieder auf Stammspieler zu stellen. Als Notnagel bis zu Friedrichs Rückkehr sieht sich Barzagli nicht. "Die Verletzung tut mir leid für Arne. Man muss abwarten, wie es sich hier entwickelt, wenn er zurückkommt", sagt er.
Seinen Nebenmann Simon Kjaer nimmt der Italiener gegen die kritischen Stimmen nach dessen zwei schwachen Vorstellungen in Schutz. "Nicht nur Kjaer, wir alle hatten Probleme. Ich bin überzeugt, dass man noch viel Gutes von Simon sehen wird", sagt Barzagli.
Mögliche Anpassungsprobleme seines Innenverteidigerkollegen kann Barzagli gut nachvollziehen. 2008 war er, wie Kjaer in diesem Sommer, von US Palermo zum VfL gewechselt. "Ich hatte selber Probleme mich hier zu akklimatisieren. Der Fußball hier wird deutlich offensiver gespielt als in Italien, wo alle eher darauf bedacht sind, keine Gegentore zu kassieren", sagt er.
Auch wenn Barzagli aktuell wieder zur Stammelf gehört, denkt er momentan nicht an eine Verlängerung seines im Sommer 2011 auslaufenden Vertrages. "Der Fußball hat immer Überraschungen parat. Man weiß nie, wie es kommt." tg













