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11. Februar 2012
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Asse-Debakel hat Folgen für Endlagersuche

Atomindustrie hält an Gorleben fest, will aber Alternativen sichern – Regierungsberater: Vertrauensverlust droht

Von Christian Kerl

BERLIN. Der oberste Regierungsberater für die Atommüllentsorgung, Michael Sailer, hat nach dem Asse-Debakel vor einem gesellschaftlichen Vertrauensverlust bei der Endlagersuche gewarnt. Die Expertengemeinde habe jahrzehntelang erklärt, es gebe keine Probleme im Forschungsendlager Asse, sagte Sailer gestern vor Vertretern der Atombranche in Berlin.

Zum Teil seien es dieselben Fachleute, die jetzt auch dem geplanten Endlager Gorleben die Eignung attestierten. Für die Öffentlichkeit sei es ein Problem, den Experten zu vertrauen, erklärte Sailer, der die Entsorgungskommission der Bundesregierung leitet. Technisch sei die Endlagerung realisierbar, sie müsse aber gesellschaftlich vermittelt werden, mahnte Sailer und plädierte für ein neues, vergleichendes Suchverfahren.

Doch auch die Branche zieht erste Konsequenzen für die Endlagersuche – und will sogar Alternativen zu Gorleben in den Blick nehmen: "Nach der Bundestagswahl brauchen wir eine Weichenstellung für Akzeptanz und Transparenz", sagte Holger Bröskamp, der als Chef der Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS) die Atommüllentsorgung der Energiekonzerne organisiert. Die Atomindustrie fordert zwar weiter, die Erkundung Gorlebens schnell wieder aufzunehmen; für ein neues Suchverfahren gebe es keine Notwendigkeit. Aber: Bröskamp forderte überraschend eine "Analyse vorhandener Daten alternativer Standorte, um bei Nichteignung von Gorleben Alternativen erkunden zu können." Ein solches Vorgehen ist bislang am Widerstand unionsgeführter Länder gescheitert. Bröskamp plädierte für eine Überprüfung der bisherigen Gorleben-Erkundung durch internationale Experten – und für eine Begleitgruppe von Beteiligten und Kommunalpolitikern, wie sie bei der Asse eingerichtet wurde.

Zuvor hatte Atomforums-Präsident Walter Hohlefelder erneut längere Laufzeiten für Atomkraftwerke gefordert. Dagegen protestierten zum Auftakt der Tagung über tausend Atomkraftgegner. 

Freitag, 06.02.2009
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/9826616/menuid/2053

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