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13. Februar 2012
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"Das war ein einmaliges Erlebnis"

Gifhorner erzählen vom gemeinsamen Abendessen mit dem Bundespräsidenten an der "Tafel der Demokratie"

Von Sven Wiebeck

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Es war ihr großer Wunsch, mit Horst Köhler an der "Tafel der Demokratie" auf die zweite Amtsperiode des Bundespräsidenten anzustoßen. Gemeinsam mit vier weiteren Gifhornern machte sich Marita Schaal am Freitag auf den Weg nach Berlin.

"Als ich die Einladung von der Braunschweiger Zeitung aus dem Briefkasten geholt habe, hatte ich das schon wieder ganz vergessen", erzählt die Meinerin. Was denn die Zeitung von ihr will, habe sie sich gefragt – und den Umschlag zögerlich geöffnet. Um dann zu jubeln: Sie sollte nach Berlin fahren.

"Ich wusste gleich: So etwas kann kaum mehr als einmal im Leben geschehen", erzählt Schaal lächelnd. "Ich habe gleich ein paar Freunde angerufen und von meinem Glück gemailt. Alle haben mir gratuliert – wenn auch ein wenig neidisch."

Die anderen Gifhorner traf sie am Wolfsburger Bahnhof. Festlich gekleidet ging es zusammen im Reisebus nach Berlin. Angesichts der gemeinsamen Vorfreude entwickelten sich schnell Gespräche unter den 36 von 1500 Bürgern, die an diesem Abend unter dem Brandenburger Tor Erbsensuppe mit Horst Köhler und seiner Frau Eva essen sollten. Die Abfahrt verzögerte sich um eine Viertelstunde, ein Autobahnstück war gesperrt und eine gewisse Anspannung zu spüren.

Kurz vor Berlin seien alle etwas ruhiger geworden, erinnert sich der Gifhorner Kinderarzt Ekkehard Holzgraefe. So als wären sie sich bewusst geworden, zu welchem außergewöhnlichen Ereignis sie unterwegs waren. "Da habe ich schon ein Kribbeln im Bauch gespürt", sagt er.

In Berlin angekommen seien sie einfach gleich durch das Brandenburger Tor geschlendert. Um dann festzustellen, dass sie noch einmal zurück und sich ihre Platzkarten abholen mussten. "Ich habe mich ein wenig gewundert, dass wir da so problemlos durchgekommen sind", sagt Holzgraefe. Noch einen Tag später ist er am Telefon begeistert von der Atmosphäre und dem Ambiente auf dem Pariser Platz. "Wann hat man schonmal die Möglichkeit in der Nähe seines Präsidenten am Brandeburger Tor so zu Abend zu essen? Das war ein einmaliges, unvergessliches Erlebnis."

Auch wenn eine kalte Minestrone bei der Hitze eventuell besser gewesen wäre als die – zugegeben "leckere" – Erbsensuppe, meint er und lacht. Dass es aber überhaupt einen Eintopf gab, nicht etwa ein opulentes Mahl, hat ihm gefallen.

Eine Möglichkeit, während des Essens näher an Horst Köhler und seine Ehefrau ranzukommen, gab es indes nicht. "Ich konnte zwar ein paar Fotos machen, aber das war ziemlich schwierig", erzählt Schaal. Dafür hätten die Leibwächter gesorgt, sie immer wieder zum Hinsetzen aufgefordert. "Köhler selbst war hingegen die ganze Zeit sehr freundlich und gelassen", sagt sie.

So gelang es Holzgraefe am Ende im dichten Gedränge auf dem zwar kurzen aber sehr engen Weg zur Präsidenten-Limousine doch noch, sich seine Einladung von den beiden signieren zu lassen. "Sie waren sehr nett und nah an den Menschen."

Deutlich einfacher hatte es da Felicitas Nadjib aus Abbesbüttel. Sie saß Köhler während der Suppe direkt gegenüber. "Wir haben uns sehr nett und ausführlich unterhalten", sagt sie. "Über den Streik der Erzieherinnen", so die Kindergartenleiterin weiter. Bevor sich die Köhlers nach der Vorspeise an ihren Tisch gesellten, seien alle von der Protokollchefin genau angewiesen worden. "Wir mussten aufstehen und ich sollte ihnen nur zunicken", erzählt sie. Mit den Worten "so weit meine Arme reichen" habe Köhler aber "über den Tisch gelangt" und ihr die Hand gegeben. "Er ist ein sehr aufmerksamer Zuhörer."

"Es war einfach ein großartiges Gefühl, dass wir Bürger mit unserem Präsidenten in Freiheit und in einer solch historischen Umgebung Eintopf essen konnten", ergänzt Schaal.

Montag, 06.07.2009
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/10595772/menuid/2160
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