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04. Februar 2012
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Ehefrau mit sieben Schüssen niedergestreckt

44-Jähriger begeht Ehrenmord und steht vor Gericht

Von Dieter Prüschenk

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GIFHORN. Ende März tötete ein 44-Jähriger seine Frau mit sieben Schüssen aus einer Pistole in der gemeinsamen Wohnung. Die Tat in der Bergstraße hatte er vorher angekündigt: "Entweder schick’ ich sie in die Türkei oder ich muss einen Ehrenmord begehen."

"Er wollte ein neues Leben mit einer anderen Frau beginnen", sagte gestern der 20-jährige Sohn vor der Strafkammer des Landgerichts Hildesheim als Zeuge aus. "Deshalb wollte er meine Mutter und meine Schwester im vergangenen Sommer in die Türkei abschieben."

Am frühen Nachmittag des 9.  März eskalierte der jahrelange Ehestreit. Nach einer handgreiflichen Auseinandersetzung mit dem 20-jährigen Sohn – es ging um die verdreckte Küche – streckte der Angeklagte mit sieben Pistolenschüssen seine Ehefrau nieder, die noch am Abend im Gifhorner Krankenhaus starb (wir berichteten).

Ulrich Pohl, Vorsitzender der Strafkammer, versuchte Licht in das Beziehungsgeflecht zu bringen. So räumte der Angeklagte zwar ein, dass es zu einem Streit mit seiner Frau und seinem Sohn gekommen sei. Doch an den Tathergang will er sich nicht mehr erinnern können. "Sie lag auf dem Boden und da lag eine Pistole", erklärte er der Kammer, "ich weiß nicht, wie es passiert ist." Nach der Flucht zu Verwandten nach Hannover, wurde er dort von der Polizei verhaftet.

Als Grund für die Bluttat sehen sowohl Sohn als auch Tochter (14) die Beziehung ihres Vaters zu einer anderen Frau. "Das ist eine Prostituierte aus Bulgarien, die der Angeklagte in Hannover kennen lernte", entnahm Staatsanwalt Norman Jnoue der Anklageschrift.

Die 14-jährige Tochter im Zeugenstand: "Er hat für ein neues Leben mit der Frau sogar die Wohnung in der Bergstraße gekauft." Der Vater will dagegen die Wohnung nur gekauft haben, weil es ständig Streit mit den Nachbarn der alten Wohnung gegeben habe. Den Erwerb der Immobilie in der Bergtrasse hielt er aber vor der Familie geheim.

Das notwendige Geld für den aufwändigen Lebensstil – Reisen mit der Familie und zur Geliebten, Eigentumswohnung, Einrichtung und neues Auto mussten finanziert werden – will der Angeklagte durch Börsengewinne aufgebracht haben. Der Prozess wird fortgesetzt.

Dienstag, 25.08.2009
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/10852249/menuid/2160
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