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01. August 2010
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"Wer gibt Hunde in solche Hände?"

Tierschutzbund-Vorsitzende Vera Steder verurteilt "Zuchtmiete" – Dobermann-Hündin in Pflegestelle

Von Bettina Stenftenagel

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FLETTMAR. Viele rechtliche Fragen sind noch offen. Aber das stand für den Gifhorner Amtstierarzt Dr. Jürgen Thoms gestern schon fest: Er will gegen die Flettmarer Hundehalter ein Tierhalteverbot erwirken.

"Es handelt sich um einen eklatanten Verstoß gegen das Tierschutzgesetz", sagte Thoms gestern auf Nachfrage der Rundschau. Wie berichtet sind am Donnerstag Hündinnen, Junghunde und Welpen aus komplett verwahrlosten Verhältnissen von einem angeblichen Hundezüchter in Flettmar geborgen worden.

Die Katzen seien im Tierheim in Braunschweig untergebracht worden, das Geflügel im Landkreis Gifhorn. Die gemieteten Hündinnen seien zurück bei ihren Besitzern, was aus allen anderen werden solle, werde in den nächsten Tagen geklärt, so Thoms weiter. Alle Tiere seien zunächst gut untergebracht und wohlauf.

Gemietete Hündinnen? "Ja, Zuchtmiete", erklärt der Amtstierarzt. Die Hündinnen würden gedeckt beim Mieter abgegeben, die Welpen kämen dort zur Welt und würden vom Mieter verkauft. Das sei bei manchen Züchtern ein durchaus übliches Vorgehen.

"Es war mir bisher nicht klar, dass es etwas so Krankes gibt", sagt dazu Vera Steder, Vorsitzende des Tierschutzbundes Niedersachsen. Neben dem Verstoß gegen das Tierschutzgesetz will sie eins geklärt wissen: "Man muss nachvollziehen können, wer Hündinnen in solche Hände liefert." Das habe nichts mit Zucht zu tun, "das ist nur Vermehrung, nur auf Gewinn ausgerichtet." Lange schon fordere der Tierschutzbund ein Heimtier-Schutzgesetz. "Ganz erschrocken" ist Vera Steder, "dass so etwas in unserem nahen Umfeld geschieht". Zumal sie den Hof kenne. "Als ich vor fünf Jahren dort war, gab es dort eine Hündin – und alles war sauber und gepflegt."

Etwas erholt von den Strapazen hat sich die Dobermann-Hündin, die von den Tierschutzverein-Mitarbeiterinnen am Donnerstag auf schnellstem Weg zu einem Tierarzt gebracht worden war. "Eine weitere Nacht hätte sie nicht überlebt – und das restliche Federvieh auch nicht", sagt Tierheim-Leiterin Janina Bieling. Die Hündin habe Wasser, leichtes Futter und Wärme bekommen. "Sie ist vom Tierarzt direkt in eine Pflegestelle gekommen."

Samstag, 19.12.2009
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/11445937/menuid/2160
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