Alkoholkonsum fängt in 7. Klasse an
Bilanz zur Drogenpräventionswoche in Calberlah Interview mit Stefanie Jaeger von der Jugendförderung
ISENBÜTTEL. Die Drogen-Präventionswoche an der Haupt- und Realschule war ein voller Erfolg, sagt Stefanie Jaeger von der Jugendförderung. Über Hintergründe, aktuelle Konsum-Situation der Jugendlichen und Ideen für eine Fortsetzung sprach Redakteur Reiner Silberstein mit ihr.
Frau Jaeger, wie waren denn die Rückmeldungen der Schüler zu dieser dicht gedrängten Projektwoche?
Die waren durchweg positiv. Aber die Referenten waren auch sehr kreativ, da gab es keinen Frontalunterricht. Und das kam bei den Jugendlichen gut an. Es ist ja immer schwierig, was Neues zu bieten, und da war zum Beispiel der Oberstaatsanwalt Seemann sehr interessant. Aber auch den anonymen Alkoholikern haben die Schüler ganz viele, genaue Fragen gestellt.
Dann wird es wohl noch einmal eine solche Projektwoche geben.
Ja, wir haben uns geeinigt, weiter zu kooperieren die Woche soll wiederholt werden. Dann aber vielleicht nicht nur über sieben Tage, sondern länger. Dann könnten die Referenten die Klassen besser kennen lernen. Wir haben nun ein richtiges Netzwerk aufgebaut. Und alle Seiten haben dabei etwas gelernt, auch die Referenten.
Was wird die Woche im Nachhinein bringen, was erhoffen Sie sich?
Ein Effekt stellt sich erst ein, wenn man so etwas dauerhaft anbietet. Aber wir wollen Erinnerungseffekte erzielen, immer wieder auf das Problem aufmerksam machen und uns als Ansprechpartner anbieten. Vor allem wollen wir das Verharmlosen aufbrechen, klar machen, wie schnell der Konsum Konsequenzen haben kann. Aber: Das Ganze müssen wir nachhaltiger machen.
Sprich: Sie haben schon Ideen für das nächste Mal?
Ja natürlich. Man könnte es noch thematisch ausweiten. Drogen- und Alkoholkonsum auch mal biologisch sehen und Sportangebote ins Programm integrieren.
Sie sprachen eben davon, sich als Ansprechpartner anzubieten. Sind Ihnen denn Problemfälle unter den Schülern bekannt?
Ja, es gibt schon Fälle. Ich weiß allerdings nicht, ob sie sich auch schon an die Drobs (Drogenberatungsstelle) gewandt haben. Ich verstehe mich als Mittler, und das wissen die Jugendlichen auch.
Wie viele Problemfälle gibt es denn etwa?
Da sind die Grenzen doch fließend. Fängt es schon beim Alkoholtrinken am Wochenende an? Wo hört die Legalität auf? Fest steht, dass die Schüler immer jünger sind, die Alkohol trinken.
Wie jung?
Es fängt etwa in der siebten Klasse an. Das hat auch viel mit der Persönlichkeit und dem Elternhaus zu tun häufig sind es Einzelfälle. Theoretisch müsste man aber mit der Gesundheitsaufklärung schon in der Grundschule anfangen.
Dann sind sie ja erst etwa 13 Jahre alt. Wie kommen die Jugendlichen dann an den Alkohol?
Wohl nicht im Supermarkt. Das geschieht meistens in altersgemischten Gruppen, die Älteren besorgen den Stoff. Aber Alkohol ist ja auch in den meisten Elternhäusern präsent.
Apropos Eltern: Gab es denn auch von ihnen Reaktionen zu den Veranstaltungen?
Nein, gar keine. Auch zum Elternabend waren wenig Leute gekommen. Das versuche ich noch weiter auszubauen.











