Gifhorns geheimste Baustelle
Bundesanstalt für Digitalfunk errichtet streng abgeschirmtes Technikgebäude auf Gelände der Bundespolizei
Das 2,5-Millionen-Euro-Projekt gilt als "eingestuft". Das Technikgebäude für den Digitalfunk, das zurzeit auf dem Gelände der Bundespolizei entsteht, ist Gifhorns geheimste Baustelle.
Kein Bauschild, kein Richtfest, keine Eröffnungsfeier. Dafür hoch aufgeschüttete Erdwälle und natürliche Sichtblenden durch gewachsene Baumreihen – das staatlich Baumanagement Osnabrück tut alles, damit die Ende 2009 eingerichtete Baustelle nicht auffällt.
Sie liegt zwischen dem Wilscher Weg und dem hinteren Teil des Hubschrauber-Hangars der Bundespolizei-Fliegerstaffel.
Gestern wurde das Fundament des Neubaus betoniert. In den nächsten Tagen sollen die Wände errichtet werden, sagte der Leiter des Osnabrücker Baumanagements, Richard-Wilhelm Bitter.
In Betrieb gehen soll das 350 Quadratmeter große Gebäude nach Auskunft der Bauherrin, der Berliner "Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben" (BDBOS), voraussichtlich in diesem Herbst.
Errichtet werde das Sicherheits-Gebäude nicht etwa von hiesigen Firmen, sondern von eigens ausgewählten Spezialfirmen, sagte Bitter. Warum die beteiligten Behörden mit den Informationen so zurückhaltend umgehen und vor allem nicht preisgeben, wo und wie viele weitere solcher Technikgebäude entstehen, begründet Bitter mit der Furcht vor terroristischen Anschlägen. Auch das BDBOS betont: "Bei dem Digitalfunk handelt es sich um ein Sicherheitsnetz." Alle Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, also beispielsweise Polizei, Feuerwehr, Zoll, technisches Hilfswerk und Rettungsdienste, nutzen für Sprach- und Datenkommunikation ein bundesweit einheitliches, flächendeckendes Digitalfunknetz. Die behördenübergreifende Kommunikation ermöglicht neue Formen der Zusammenarbeit und bietet erhebliche Vorteile bei der Einsatzorganisation und -steuerung. Um so wichtiger ist es, die Knotenpunkte dieser Kommunikation zu schützen.
Obwohl der Digitalfunk technisch eng verwandt ist mit dem Mobilfunk, dessen Antennenstandorte unter Anwohnern häufig umstritten sind, gibt Baumanager Bitter in dieser Hinsicht Entwarnung: "Funk wird an diesem Gifhorner Standort in keinster Weise stattfinden."
Die Stadt Gifhorn ist nach Auskunft des stellvertretenden Bau-Fachbereichsleiters Dr. Hartmut Mirow nur grundsätzlich informiert, vorrangig bezüglich der Versorgungsanschlüsse des Neubaus.
Seitens der Gifhorner Polizei sagte Sprecher Thomas Reuter, man erwarte den Start des Digitalfunks bis Ende 2012.
Die Gesamtkosten des deutschlandweiten Funknetzes werden mittlerweile mit 10 Milliarden Euro angegeben. Der Bund trägt davon 3,6 Milliarden Euro, was gegenüber ursprünglichen Planungen einer Steigerung von 40 Prozent entspricht.













