Schüler für mutiges Eingreifen geehrt
Drei Jugendliche halfen einem Obdachlosen Projekttag für Zivilcourage an den Berufsbildenden Schulen II
GIFHORN. "Wir leben in einer Gesellschaft des Wegsehens und immer größerer Gewaltbereitschaft." So drastisch fiel das Urteil von Polizeihauptkommissar Klaus Menkens zum Thema Zivilcourage aus.
Darüber diskutierte der Beamte vom Präventionsteam der Inspektion Gifhorn mit Schülern der Berufsbildenenden Schulen (BBS) II. Unter dem Motto "Hinsehen mit Verstand" nutzten auch Vertreter von Stadt, Landkreis und dem Deutschen Roten Kreuz den landesweit stattfindenden Projekttag, um für ein beherztes Eingreifen im Falle von Gewalttätigkeiten in der Öffentlichkeit zu werben.
Dass viele Menschen bei einer Prügelei einfach wegschauen, bestätigte sich bei einer Aktion auf dem Gelände eines benachbarten Supermarktes. Zwei Schüler stellten eine Gewaltszene nach und wurden dabei mit versteckter Kamera gefilmt. Ergebnis: Kein Passant oder Mitschüler griff ein.
Bei der Vorführung der Szene versuchten die Jugendlichen die Zurückhaltung zu erklären. "Ich würde niemals dazwischengehen, wenn stärkere Jungs sich prügeln", sagte etwa Jennifer-Denise Nack. Eher würde sie die Polizei rufen was viele laut Menkens trotz Handy-Verbreitung aber nicht täten.
Dennoch gibt es positive Beispiele: Schulleiter Klaus Röhr freute sich sehr, drei seiner Schüler für couragiertes Handeln auszeichnen zu können. Die 17-jährigen Dirk Fritsche, Manuel Feil und Niklas Niewerth hatten im vergangenen Jahr einem Obdachlosen in Gifhorn geholfen, der von einer Gruppe jüngerer angegriffen wurde. Ihr Engagement sei vorbildlich und mache Mut, sich genauso zu verhalten, sagte Röhr und bekam Zustimmung der gesamten Diskussionsrunde. loh













