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14. Februar 2012
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"Mit Drogen lebt man nicht wie ein Mensch"

Wegen starker Rauschgiftsucht Cannabis-Zucht betrieben – 15 Joints oder 5 Gramm Heroin täglich konsumiert

Von Dieter Prüschenk

MEINERSEN. "Mein ganzes Leben war nur noch auf Drogen ausgerichtet", habe ihm der 45-jährige Angeklagte berichtet, erklärte gestern ein Drogenexperte vor der Strafkammer des Landgerichts Hildesheim.

Dort müssen sich neben dem 45-Jährigen auch sein 24-jähriger Sohn und dessen gleichaltriger Freund wegen der Zucht von 883 Cannabispflanzen in einer professionellen Indoor-Anlage in einem kleinen Dorf der Samtgemeinde Meinersen verantworten (wir berichteten).

"Mit Drogen lebt man nicht wie ein Mensch", sei die Erkenntnis des Angeklagten. So seien die familiären Probleme immer größer geworden. Auch das Rechnen und Lesen seien ihm zunehmend schwerer gefallen.

Seine Rauschmittelsucht habe schon als Jugendlicher – damals noch in der russischen Heimat – mit 1,5 Liter Wodka pro Tag begonnen. Ab 1992, nun in Deutschland, habe Heroin den Alkohol abgelöst. "Die Venenqualität wurde immer schlechter, so dass der Angeklagte seine täglichen fünf Gramm Heroin durch die Nase schnupfen musste."

Im Jahr 2006 sei dem Hauptbeschuldigten zum ersten Mal der Gedanke gekommen, Cannabis für den Eigenkonsum selbst anzubauen. "Denn er rauchte 15 Joints am Tag", wusste der Gutachter.

Und zwei Jahre später sei es soweit gewesen: "Da habe ich die Anlage gebaut, das war ein Kinderspiel", so der Angeklagte. In einem Keller unter einer Doppelgarage entstand eine größtenteils automatisch gesteuerte, professionelle Cannabis-Zucht. "Aber ich habe kein einziges Gramm verkauft", habe der Angeklagte beteuert.

In diesem Punkt ist Oberstaatsanwalt Bernd Seemann anderer Ansicht. Die Anklage wirft dem 45-Jährigen vor, mindestens 24 Kilogramm Marihuana geerntet zu haben und davon 21 Kilo mit einem Wert von mehr als 60 000 Euro verkauft zu haben.

Der Gutachter sieht bei dem Angeklagten keine Störung der Schuldfähigkeit, hält aber eine zweijährige Entgiftung für notwendig. Der 45-Jährige plane für die Zukunft – nach Verbüßung einer erwarteten Haftstrafe – eine neues Leben: "Er will dann nach Alaska auswandern."

Mittwoch, 17.03.2010
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/11930879/menuid/2160
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