Eltern streiten um Schulstandorte
Argumente auf Informationsblatt aus Parsau sorgen vor Abstimmung für Unmut in Rühen
PARSAU. In der Frage, welche Grundschule in der Samtgemeinde Brome einen Ganztagsschulbetrieb erhalten soll, steht Ärger ins Haus.
Über das Mitteilungsblatt der Samtgemeinde sollen Eltern derzeit abstimmen, welchen Standort Rühen oder Parsau sie bevorzugen.
In diesem Zusammenhang hat der Schulelternrat der Grundschule Parsau ein Informationsblatt aufgesetzt, in dem offen für den Standort Parsau geworben wird. Doch nicht alle der dort aufgeführten Argumente stoßen auf Verständnis. So wird in dem Schreiben darauf hingewiesen, dass in Parsau "eine Belästigung durch ältere Schüler ausgeschlossen ist", da sich dort nur Kinder bis zur vierten Klasse befinden.
"Ich weiß nicht, wie solch eine Aussage getroffen werden konnte", wundert sich Anke Biermann-Jäger, Vorsitzende des Schulelternrats der Grundschule Rühen. "Immerhin ist die Grundschule baulich abgetrennt, ältere Schüler haben hier überhaupt keinen Zugang. Einen solchen aggressiven und verallgemeinernden Ton halte ich nicht für angemessen."
Michael Grammann vom Schulelternrat Parsau sieht diese Befürchtung als berechtigt an: "Wenn die Kinder zur Bushaltestelle gehen, kommen sie schon an der angrenzenden Hauptschule vorbei." Von konkreten Fällen wisse er zwar nichts, jedoch habe er schon von Belästigungen gehört.
Weiterhin ist in dem Schreiben die Rede, "dass aus politischem Kalkül die für die Kinder ungünstigere Lösung, also Rühen beschlossen wird".
"Es ist bei einigen eine weit verbreitete Meinung, dass die Baumaßnahmen durch einen Ganztagsbetrieb in Rühen günstiger wären als in Parsau", erläutert Grammann.
Als "ergebnisoffen" bewertet Samtgemeindebürgermeister Jürgen Bammel die Diskussion. "Die Kriterien sind ein pädagogisches Konzept sowie die Bereitschaft des Kollegiums und der Eltern", betont Bammel. Grundsätzlich hält er es für positiv, wenn sich Eltern für die Schule ihrer Kinder einsetzen.
"Die hier gewählten Formulierungen möchte ich nicht bewerten", sagte Bammel. mw













