Mit der Drehbühne auf Kurs
Eisenbahn-Modellbaufreunde lassen zum Saisonauftakt "andampfen"
KLEIN VOLLBÜTTEL. Der Dampf zischt. Hände sind schwarz von Steinkohle, mit denen die Kessel angeheizt werden. Auf dem Schienenrundkurs fahren zügig die Dampfloks immer mit Lokführer, nach Belieben mit Passagieren.
Auf dem Heidegrundstück von Manfred Schmidt wuselte es am Ostersamstag wie in einem Bienenkorb, Modellbaufreunde trafen sich zum "Andampfen" auf der Fünf-Zoll-Gleisanlage. "Wir werden immer überregionaler", freute sich Schmidt. Die Kennzeichenparade der Wagen vor seinem Zaun zeugte von Besuchern, die bis aus Flensburg, Kassel, Minden, Meissen, Wernigerode, Lippstadt oder Dresden angereist waren.
Allen gemeinsam ist die Begeisterung für die Gartenbahnen, die groß und robust genug sind, um Erwachsene und Kinder zu transportieren. Etwa zwei Dutzend Anlagen gibt es bundesweit, schätzen der Rötgesbütteler Schmidt und Mitstreiter Eitel Moch aus Uetze. Während ihre Anlage inzwischen auf 220 Meter Schienenrundkurs erweitert ist, erzählt Gast Georg Bußt von der Emdener mit 650 Meter Schienenstrang, Dort gehört der 61-Jährige seit 15 Jahren zum Treff und lässt seine "Borkumer" tuckern.
Auf der Klein Vollbütteler Anlage stehen die Tüftler derweil zwischen drei aufgeständerten Gleisen zum Anheizen ihrer Loks, um sie von dort über eine neue Drehscheibe mit 2,60 Meter Durchmesser auf den Weg zu schicken. Diese Errungenschaft ist während der jüngsten Saison entstanden. An einen eigenen Lokschuppen mögen die Bastler noch nicht denken. "Jetzt wollen wir erstmal Fahrspaß haben", meint Moch und freut sich auf die Sommermonate. Ein bisschen rastlos scheinen die Bastler aber doch zu sein: "Vielleicht bauen wir noch eine Weiche für ein weiteres Gleis."
Wolfgang Ziener (42) aus Ahnsen verfolgt das alles ganz genau. Noch ist er Modelbauer einer kleineren Spurgröße, aber nächstes Ziel ist auch für ihn "natürlich" ein Fünf-Zoll-Modell. Holger Plünnecke (32) aus Ölsburg hantiert an seiner "englischen 4F, einer Güterzugdampflok". Er hat sie "vor zwei Jahren als Wrack gekauft und wieder zusammengesetzt". Jetzt ist sie topfit.
Hartmuth Ludwig aus Bad Lauterberg hat seine Lok Der Adler "seit eineinhalb Jahren fahrbereit", nachdem er nach alten, teils lückenhaften Plänen der ersten deutschen Eisenbahn das Original am Computer rekonstruiert und vier Jahre nachgebaut hat. Das ist Thema in Vollbüttel, denn in diesen Jahr feiert die Eisenbahn 175-jähriges Bestehen.













