Ohne Pflege droht der Heide das Aus
Ab Mitte August wird der Landkreis in ein lila Blütenmeer getaucht – Schnucken erhalten Kulturlandschaft
Die Heide ist eine robuste Pflanze. Doch mangelnde Pflege, fehlende Feuchtigkeit und andere Pflanzen, die sich ansiedeln, setzen ihr zu. "Wenn das so weitergeht, droht der Kulturpflanze das Aus", meint Kultur- und Landschaftsführer Heinrich Müller.
Die gute Nachricht vorweg: Die Heideblüte, eines der touristischen Wahrzeichen des Landkreises Gifhorn, wird in diesem Jahr nicht ausfallen.
Aber: Wegen des heißen, trockenen Sommers leiden die Pflanzen an manchen Standorten unter Wassermangel. "In diesem Jahr könnte es in einigen Gebieten eine Notblüte geben", sagt Müller.
Die Blüte setzt etwas früher ein, also Mitte statt Ende August, ist aber kürzer und nicht so farbintensiv. "Normalerweise wechselt die Farbe von dunklem Rot zu schwachem Lila. Bei der Notblüte gibt es nur eine Farbe, das schwache Lila", erklärt Müller. Die Pflanze greift auf ihre Reserven zurück.
Als Kultur- und Landschaftsführer für die Südheide Gifhorn zeigt Müller regelmäßig Gruppen die Heideflächen im Landkreis. Start für diesen Sommer war in der Repker Schnuckenheide bei Hankensbüttel.
Mit Wanderungen über die verschiedenen Flächen will er zeigen, wie vielfältig die Heide ist. Zusätzlich zur Schnuckenheide und dem Heiligen Hain gibt es die Fahle Heide und die Gifhorner Schweiz bei Winkel sowie Calluna-Areale nördlich von Wilsche, die Bickelsteiner Heide bei Ehra, die Rössenbergheide und das Küssenmoor bei Teichgut, die Bokeler Heide, das Heideblütental Bokel sowie die Bullenkuhle im Nordkreis.
Die Trockenheit macht ihnen verschieden stark zu schaffen. Müller: "Die Schnuckenheide hat die Trockenheit recht gut überstanden. Hier gibt es mehr Mutterboden als etwa im Heiligen Hain." Der Grund für die stärkere Blüte: Mutterboden speichert mehr Wasser. Dennoch gebe es auch im Heiligen Hain, der von Gifhorn aus nächsten Heidefläche, Stellen, an denen sich wohl mehr Blüten zeigen werden. "Dort steht die Heide auf Mooruntergrund. Der ist feuchter und sauer", so Müller. So sei von oben sichtbar, wie der Boden unter den Pflanzen beschaffen ist.
Damit die Heide gut wächst und nicht von anderen Pflanzen verdrängt werde, sei regelmäßige Pflege nötig. Dazu führen wie vor hundert Jahren Schäfer ihre Schnuckenherden übers Land. Andere Flächen werden mechanisch bearbeitet. Mit Muskel- oder Maschinenkraft werden Baum- und Strauchsetzlinge ausgerissen oder die Heide gemäht.













