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14. Februar 2012
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Wenn das Handy klingelt, gibt es irgendwo in der Stadt etwas zu tun

Jürgen Kruse ist Handwerker der Gifhorner Wohnungsbaugenossenschaft – Die Rundschau hat ihn begleitet

Von Wiebke Schwarze

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Der Motor summt leise, das hellgraue Rolltor hebt sich und gibt den Blick in die Halle frei. Frei auf Mäher, Werkzeuge und ein Schaukelpferd ohne Kopf. "Ich habe es vor ein paar Tagen auf dem Spielplatz eines Wohnblocks ausgegraben", sagt Jürgen Kruse.

Er ist einer von sieben Handwerkern, die für die Gifhorner Wohnungsbaugenossenschaft (GWG) im Einsatz sind.

Seit neun Jahren arbeitet Kruse dort. Vorher war er als Elektriker-Meister selbständig – häufig im Auftrag der Genossenschaft. "Als das Angebot kam, habe ich nicht lange gefackelt. Als Selbständiger hat man kein Privatleben", erinnert sich der 56-Jährige. Jetzt repariert und hilft er überall dort, wo Not am Mann ist und teilt die anderen Handwerker und Helfer ein.

Wucherndes Gras muss weg

Dieser Morgen beginnt damit, die Ein-Euro-Jobber einzuweisen und mit Werkzeug zu versorgen: Andreas Wohlfahrt und seine beiden Kollegen warten schon auf dem Parkplatz hinter einem Haus in der Allensteinstraße. Dort sollen sie das Gras entfernen, das zwischen den Pflastersteinen wuchert.

Plötzlich klingelt Kruses Handy: Die Zentrale ist dran. Ein Mieter in der Gardelegener Straße hat eine klopfende Heizung gemeldet. Nichts wie hin. "Da hängen mehrere Wohnblocks an einem Heizsystem. Jetzt im Sommer wäre es nicht so schlimm. Aber wenn im Winter die Heizung ausfällt, ist da richtig was los", erklärt Kruse.

Nach einem Blick des Experten ist klar: Wasser muss nachgefüllt und der Stellmotor der Pumpe ausgetauscht werden.

Windschatten für Balkonien

Zurück in die Allensteinstraße. "Hier tragen wir einen Schrank in den Keller", sagt der Handwerker und steigt aus seinem weißen Kastenwagen. Bei dieser Arbeit dürfe sich niemand für etwas zu schade sein, meint er.

Ein paar Meter weiter steht Hedwig Winiarski auf ihrem Balkon und gießt die Blumen. "Guten Tag, Herr Kruse. Ich rufe sie nächste Woche mal an, ich bräuchte Hilfe mit meinem Schrank", ruft die Rentnerin. "Ich bin nächste Woche im Urlaub, Frau Winiarski, aber mein Kollege ist da", gibt Kruse zurück. "Urlaub, wie schön für Sie. Das muss auch mal sein."

Seit 52 Jahren wohnen Hedwig Winiarski und ihr Mann Horst in der Wohnung, auch die Sanierung des ganzen Hauses konnte sie nicht verscheuchen: "Sechs Wochen haben wir in der Gästewohnung gewohnt", erinnert sich die rüstige Seniorin. Auch wenn sie jetzt einen neuen Balkon haben, die Bauarbeiten waren nervig: "Manchmal wollte ich noch was aus der Wohnung holen, da kam ich nicht rein, weil die Türen zugeklebt waren oder die Küchentür war verstellt."

Einen Wunsch hat sie noch: Einen Baum vor ihrem Balkon. "Ich rufe an, und dann kriegen wir das hin", sagt die Rentnerin zuversichtlich.

Der weiße, halbhohe Schrank, der in den Keller soll, gehört Ingrid Danas. Beim Schleppen müssen die Ein-Euro-Jobber ran. Nach der Sanierung des Hauses ist für das gute Stück kein Platz mehr in der Wohnung, also runter damit: Andreas Wohlfahrt und Eugen Müller wuchten das kantige Möbelstück durch das schmale Treppenhaus vom dritten Stock hinab.

"Die Männer sind immer so hilfsbereit und nett", schwärmt die Mieterin und drückt einem der Arbeiter Trinkgeld in die Hand. "Aber nicht für Zigaretten!", ermahnt sie ihn.

Wieder im Auto klingelt das Mobiltelefon erneut: In der Lindenstraße stinkt der Brunnen. "Da wollte ich sowieso hin", sagt Kruse. Los geht es. "So geht das den ganzen Tag. Ich fahre von Süd nach Nord und wieder zurück. Je nachdem, wo etwas los ist."

Auf dem Weg zum Brunnen sieht er, dass die Bank vor einem anderen Haus in der Lindenstraße neu gestrichen werden muss. Das kommt mit auf die Liste zu der kaputten Glühbirne in der Gardelegener Straße. "Jeden Abend setze ich mich zu Hause hin und schreibe das auf", sagt Kruse. Auch wenn seine Frau hin und wieder mit ihm schimpft. Sie wünscht ihm mehr Freizeit.

Samstag, 31.07.2010
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/12702266/menuid/2160
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