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12. Februar 2012
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Hoffnung auf Entschleunigung für Bechtsbütteler Ortsdurchfahrt

Flughafen-Ausbau birgt realistische Chancen für Verkehrsberuhigung


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BECHTSBÜTTEL.  Was viele als Fluch für Bechtsbüttel empfunden haben, erweist sich bei genauem Hinsehen als Segen. Weil der Verkehr im Umfeld der neuen Startbahn des Flughafens Waggum neu sortiert werden muss, sind für die belastete Ortsdurchfahrt plötzlich Regelungen möglich, die unter bisherigen Umständen unerreichbar schienen. Denn der Verkehr auf einer überregional bedeutsamen Straße muss rollen. Und auf der Kreisstraße 60 sind es täglich 6500 Fahrzeuge Richtung Autobahn 391 und retour.

Seit Jahren bemühen sich die Bechtsbütteler um Verkehrsberuhigung. Bislang vergeblich, was sich während einer Bürgerinformation Dienstagabend im Dorfgemeinschaftshaus in spürbarer Verbitterung, ja Verbiesterung entlud.

Gut gemeinte Vorschläge speziell der Kreis-Verkehrsamtschefin Marlene Dannheim-Mertens ernteten Unverständnis, skeptische, ja sarkastische Kommentare. Die Grundhaltung der Bechtsbütteler formulierte unter Beifall eine Bürgerin: "Wir können kein einziges weiteres Auto hier ertragen."

Ein Einwohner, der eben noch von seinen regelmäßigen Fahrten über angeblich bestens verkehrsberuhigte Straßen nach Uelzen berichtet hatte, plädierte für Fahrverbote. Den Hinweis der Verkehrsamtschefin, dass er dann auch nicht mehr mit seinem Auto fahren könne, erwiderte er: "Dann fahre ich eben Rad."

Abseits aller Befindlichkeiten gab es überwiegend gute Nachrichten für Bechtsbüttel.

Flughafen-Geschäftsführer Boris Gelfert sagte, nach seiner Einschätzung komme die gefürchtete Sperrung der Landesstraße 293 nicht ohne vorher fertiggestellte Streckenalternative. Als seine Privatmeinung vertrat er, dass letztendlich die Ostumfahrung der neuen Startbahn als eine von drei zurzeit geprüften Varianten gebaut werde. Mit dieser Lösung könnten sich die Bechtsbütteler noch am ehesten anfreunden, begrenzt sie die Verkehrszunahme im Dorf doch rechnerisch auf 300 Fahrzeuge am Tag. Indes wies Gelfert darauf hin, dass selbst ohne Flughafen-Ausbau bis 2020 bis zu 8000 Fahrzeuge in der Ortsdurchfahrt erwartet werden.

Deswegen und weil sich die Bechtsbütteler seit Jahren von lauten Lastwagen auf der holprigen Fahrbahn, von ungewöhnlich vielen schnellen Fahrern und von rasenden Motorradfahrern tyrannisiert fühlen, war der Groll über gefühlte Untätigkeit des Kreises groß.

Doch jetzt tut sich was: Sobald die K 60 zur Umleitung für die gekappte L 293 wird, soll Tempo 40 angeordnet werden. Die Begründung ist der Schutz des angegriffenen Straßenkörpers. Die gewollte Wirkung der Schutz der Anrainer. Dazu soll es eine mobile Fußgänger-Bedarfsampel in Höhe der Bushaltestelle geben – zu bezahlen vom Verursacher der Umleitung, der Stadt Braunschweig. Verkehrsamtschefin Dannheim-Mertens sagte ferner zwei verdeckte Verkehrszählungen und Tempomessungen zu, einmal vor und einmal nach der Kappung.

Der Landkreis intensiviert nach Aussage von Bau-Fachbereichsleiter Alexander Wollny seine Verhandlungen mit dem Land, die K 60 zur Landesstraße aufzustufen. Der Zweck: Erst nach einer Einigung wird der Reparaturstau gelöst, weil dann Doppelarbeiten von Kreis und Land ausgeschlossen sind.

Mittelfristig soll es einen Kreisverkehr an der nördlichen Ortseinfahrt geben, kündigte Meines Bürgermeisterin Ines Kielhorn an. Der bremst den Verkehr ab, kostet aber viel. Deswegen soll er Teil der Erschließung eines neuen Baugebiets werden. Das verzögert sich wegen des Streits um einen Lärmschutzwall.   cf

Donnerstag, 05.08.2010
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/12724335/menuid/2160
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