"300 000 Euro Defizit in zwei Jahren"
Stadthallen-Geschäftsführer fährt zusätzliches Minus ein – Politik für höheren Zuschuss der öffentlichen Hand
Kein Tag der offenen Tür am Sonntag in der Stadthalle, kein Theaterfrühstück für Stadtrat und andere Multiplikatoren, 300 000 Euro vorhersehbares Defizit in den nächsten beiden Jahren.
Der Geschäftsführer der Stadthallengesellschaft, Wolfgang Stein, nannte wirtschaftliche und personelle Gründe für diese Entscheidungen und Zahlen. "Wir wollten viele Gruppen am Tag der offenen Tür beteiligen und unserem Publikum etwas Neues zeigen. Das klappte nicht, der finanzielle und organisatorische Aufwand wäre zu groß gewesen. Personalwechsel in der Technischen Leitung und in der Haustechnik führten zu Engpässen", sagte Stein.
Künftig werde die Stadthalle nicht mehr das allgemeine Publikum direkt ansprechen, sondern eher zielgruppengerichtet vorgehen. "Wir werden im Frühjahr unsere neuen Ideen präsentieren", wollte Stein zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr verraten.
Konkret wurde er hingegen bei der Offenlegung der Zuschussbeträge, die er in den nächsten beiden Jahren benötigt. "Das Defizit wird dieses Jahr 150 000 Euro und auch 2011 die gleiche Summe betragen." Die Stadt Gifhorn wird dieses Defizit übernehmen müssen, zusätzlich zu der halben Million Euro jährlich, die im Haushalt eingestellt ist. Damit lägen die Betriebskosten also für 2010 und 2011 bei mindestens 1,3 Millionen Euro.
Der SPD-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Ulrich Stenzel, beurteilte die angekündigten Verluste realistisch: "Da stimmt etwas im System nicht. Wir müssen über die jährlichen Mittel nachdenken", fordert Stenzel, der bis vor kurzem selbst noch im Aufsichtsrat der hundertprozentigen Tochter der Stadt gesessen hat. "Wir können nicht ständig Verluste fahren. Wenn ich keinen Spielraum mehr habe, muss ich die Stadthalle irgendwann abschließen. Aber wer will das?"
Aktuelles CDU-Aufsichtsratsmitglied Andreas Otto hielt sich etwas bedeckter. "Wir werden die Thematik in zwei Wochen auf unserer Sitzung besprechen. Dem will ich eigentlich nicht vorweggreifen", sagte er. Gleichwohl habe er eine persönliche Meinung: "Dass die Idee des Defitiausgleichs nicht mehr realistisch ist, kann man schon so sehen."
Im Geschäftsjahr 2007/2008 lagen die Verluste bei 121 000 Euro, im ersten Jahr der neuen Geschäftsführung (2008/2009) bei 156 000, also 35 000 Euro höher.
Das Theaterfrühstück ist übrigens nicht an der Finanzierung (fünf Euro sollten die Teilnehmer jeweils hinzusteuern) gescheitert, sondern aus Termingründen. Wolfgang Stein: "Ende August passte den Fraktionen nicht."













