"Wisst ihr, wo beim Wurm vorne ist ?"
Gestern erster Schnuppertag für Waldkindergartengruppe in Groß Schwülper Anmeldungen ab sofort möglich
GROSS SCHWÜLPER. "Wir können ja ein großes Waldsofa bauen!" Der vierjährige Johannes ist kaum zu halten und stürmt den anderen 15 Kindern der Waldgruppe voran ins Unterholz.
Für einen Nachmittag machten sich gestern die Erzieherin Dana-Jill Wolf, Biologin Katrin Wolf und die pensionierte Erzieherin Ulrike Schaper zusammen mit den Drei- bis Sechsjährigen auf den Weg zu einer Lichtung am Schwülperaner Ortsrand. Dort soll im kommenden Frühjahr das Domizil für eine Waldkindergartengruppe dauerhaft eingerichtet werden, einschließlich großem Bauwagen als Unterkunft.
"Wir planen den Start der Gruppe mit 15 Plätzen und zwei Erzieherinnen für März", sagt Dorette Ames vom Vorstand des Kinderzentrums Pusteblume, das auch die Trägerschaft übernehmen will. "Ab sofort nehmen wir Anmeldungen entgegen", wirbt Ames für das Angebot, das den Kindern die Natur nahe bringen und auch ein besonderes Bewegungsangebot sein soll.
"Wir haben hier den Wald direkt vor der Nase", sagt Biologin Katrin Wolf, die den Jüngsten Wissen um Flora und Fauna vermitteln möchte. "Die Kinder dürfen den Kontakt zur Natur nicht verlieren". Wolf wird in den nächsten acht Wochen das Schnupperprogramm begleiten, das jeweils montags am Nachmittag stattfindet. Unterdessen haben die Mädchen und Jungen begonnen, trockene Äste zu sammeln, für die naturbelassene Sitzgelegenheit, das große Waldsofa.
"Guck mal, ein Regenwurm", ruft der fünfjährige Phillip und zeigt das quirlige Tier seinem staunenden Bruder Michel. "Wisst ihr, wie man herausfinden kann, wo bei dem Wurm vorne und hinten ist?", fragt Erzieherin Dana-Jill Wolf. Sie macht es den kleinen Erkundern vor: Einfach die Handflächen zu einer Höhle formen und ein Lichtloch offenlassen. "Dann kriecht er automatisch ins Helle." Wenn das Interesse groß genug sei, könnte es über eine feste tägliche Kindergartengruppe hinaus auch weiter das wöchentliche Angebot geben, meint Ames.
"Och, wir wollen aber noch weiter bauen!", ist Johannes enttäuscht, nachdem die anderthalb Stunden an der frischen Luft schon wieder vorbei sind.













