Neue Angebote, Laub zu entsorgen
Landkreis startet Modellversuch im Oktober – Container, private Anlieferung und Extrasäcke werden günstiger
Die Laubentsorgung im Herbst treibt immer mehr Bürger im Landkreis um. Ärger, Proteste und Anregungen erreichen die Kreisverwaltung. Nun soll ein Modellversuch starten.
Gestern beriet der Umweltausschuss des Kreistags über den Vorschlag der Kreisverwaltung. Der stützt sich auf drei Säulen.
Demzufolge sollen Gemeinden vom 1. Oktober bis 31. Dezember die Möglichkeit erhalten, Container – im wesentlichen für Laub von öffentlichen Bäumen – zu Sonderkonditionen aufzustellen. Kostenpunkt 60 Euro je Container und 40 Euro statt bisher 103 Euro Gebühr je Tonne. Die Differenz von 63 Euro würde der Landkreis übernehmen, so dass der mit Zusatzkosten von 31 500 Euro kalkuliert. Ast- und Strauchwerk oder andere Gartenabfälle dürfen diese Container aber nicht enthalten.
Für private Anlieferer in Wesendorf sollen je Autoanhänger mit Laub künftig unabhängig vom Gewicht acht Euro kassiert werden. Bisher wurde bei Mengen über 400 Kilogramm nach Gewicht berechnet, die Tonne für 103 Euro.
Kompostsäcke, die mit der Leerung der Biotonne abgeholt werden, sollen zudem dauerhaft günstiger werden: 2 Euro je 90-Liter-Sack statt 3,30 Euro. Außerdem sollen alle Samt- und Einheitsgemeinden sowie Städte als Verkaufsstellen fungieren. Die Nutzung der Kompostsäcke wird jedoch auf den Zeitraum vom 1. November bis 30. März, also auf fünf statt bisher sieben Monate reduziert, damit sie als Ergänzung zur Saison-Biotonne genutzt werden können.
Je nach Resonanz auf den Modellversuch wollen Verwaltung und Politik im nächsten Jahr entscheiden, ob dieses Angebot weitergeführt wird. Start aller neuen Angebote ist am 1. Oktober.
Die Politik folgte diesen Vorschlägen gestern einstimmig. Jochen Gese (CDU) sah mit den breiter aufgestellten Verkaufsstellen die Chance, illegale Laubentsorgung in der Landschaft einzudämmen. Siegfried Weiß (SPD) hielt "die Dreifachlösung insgesamt für einen guten Einstieg", erwartet aber zugleich, den Modellversuch "erst mal zu starten und nicht gleich zu zerreden". Herbert Holtkötter (CDU) wollte vom Bürger anerkannt wissen, "dass sich der Landkreis das richtig was kosten lässt". Schließlich sei noch nicht geklärt, ob und wie das Verfahren in den nächsten Jahren zu finanzieren sei. Um das näher zu beleuchten, will Dezernentin Ingrid Alsleben just diesen "Praxistest" abwarten.
Wohin die Reise in Sachen Bioabfall in Zukunft überhaupt geht, wird derzeit zwischen Verwaltung und Politik auf den Weg gebracht. Weil der Vertrag mit dem Entsorger Remondis 2014 ausläuft, soll die Dienstleistung europaweit ausgeschrieben werden. Mitte 2011 soll die Auswahl eines unterstützenden Fachbüros getroffen werden.













