Bewohner aus Asien neuer Pflegling
Weichschildkröte im Badeteich entsorgt Artenschutzzentrum: Vor dem Kauf von Exoten genau informieren
LEIFERDE. Lange Schnorchelnase, ledriger Rückenpanzer und langer Hals, so lässt sich der Neuzugang des Nabu-Artenschutzzentrums beschreiben. Die Schildkröte entpuppte sich als Chinesische Weichschildkröte, die ursprünglich in Vietnam, Korea, Japan und China beheimatet ist, wo sie auch gern verzehrt wird.
"Da kam sie allerdings nicht her", berichtete Bärbel Rogoschik, Leiterin des Artenschutzzentrums, "denn auch diese Wasserschildkröte ist, wie auch die im Zentrum gehaltene Schnappschildkröte, in einem Gartenteich beziehungsweise Badesee entsorgt worden."
Bärbel Rogoschik plädierte dafür, sich an Hand von Büchern oder durch Fachleute. genau zu informieren, damit man mit seinem Hausgenossen keine Überraschungen erlebt, und "im Zweifelsfall lieber die Finger von solchen Exoten zu lassen".
Das Ergebnis solcher "Spontankäufe" lande leider nur allzu häufig in heimischen Gewässern, wo diese Tiere beträchtliche Schäden anrichten können und auch vor Zehen badender Kinder keinen Halt machten.
Wasserschildkröten erfreuen sich bei Jung und Alt wachsender Beliebtheit. In vielen Kleinanzeigen würden sie von Privathaltern angeboten oder in Zoohandlungen als fünfmarkstückgroße Exemplare in abenteuermäßig eingerichteten Aquarien zum Kauf angepriesen, wissen die Artenschützer. Nicht selten befänden sich durchaus problematische Schildkrötenarten darunter wie Schnapp- oder Weichschildkröten. Als Jungtiere seien sie recht niedlich, ausgewachsen aber äußerst bissig und unverträglich sowohl mit Artgenossen als auch gegenüber ihrem Halter, so Rogoschik. Zudem würden sie bis zu 70 Zentimeter lang und 35 Kilo schwer "Wohl kaum ein Fall fürs Wohnzimmer oder den Gartenteich?, betonte Bärbel Rogoschik abschließend. red













