Auf der Motorhaube sprudelt ein Brunnen
Ententreffen auf dem Rötgesbütteler Campingplatz Glockenheide Internationale Gemeinschaft und schrille Karossen
RÖTGESBÜTTEL. Wenn es Ostern wird, sind vermehrt Enten im Landkreis zu sehen. Keine Oster-
enten, sondern jenes antiquiert
anmutende Gefährt der Marke
Citroën, das eine ganz eigene Fangemeinde hat.
Rund 220 Enten und ihre Fahrer trafen sich zum jährlichen Treffen der "ENThusiastEN" auf dem Campingplatz Glockenheide, um Freundschaften zu pflegen, zu fachsimpeln und einfach die Enten-Gemeinschaft zu genießen. Dabei eignete sich das Symbol der Automarke nach einer Neunzig-Grad-Drehung auch als Hinweisschild für das Treffen.
Von Weißwasser im Osten, München im Süden, England im Westen und Norwegen im Norden war der Einzugskreis derjenigen, für die Enten fahren nicht nur eine Art von Fortbewegung, sondern eine Art zu leben ist. Den kürzesten Weg hatte ein Autohändler aus Ribbesbüttel.
Etliche reisten auch mit artfremden Automarken an aus den verschiedenen Gründen, wie Organisator Hans-Jürgen Godt sagte. "Das sehen wir nicht zu eng. Viele kommen her, um die Freundschaften aufrecht zu erhalten, haben ihre Ente erst im April angemeldet oder gerade keine eigene." Mia Schröder, mit 82 Jahren der älteste Entenfan, kam aus Trier mit dem Zug angereist. Seit zwei Jahren fährt sie nicht mehr selber, aber auf die Gemeinschaft wollte sie trotzdem nicht verzichten.
An der Vielfalt der Kennzeichen war die Herkunft der Fahrer am ehesten zu erkennen, nicht jeder hatte aber das Glück, ein Auto-Kennzeichen mit "EN-TE" vorweisen zu können. Das blieb den Fahrern aus dem Enepe-Ruhr-Kreis vorbehalten.
Kinderspiele und eine Tombola unterhielten die Entengemeinde, einen Wettbewerb mit Wanderpokal gab es diesmal für das originellste selbst gebastelte Osterei. Einen regen Handel gab es mit gebrauchten Teilen des trotz des Namens flug- und schwimmunfähigen Vehikels. Türen konnten schon für zehn Euro erstanden werden, und auch ganze Enten standen zum Verkauf. Von den knapp 220 Enten waren rund 130 "reine 2CV", weitere 23 so genannte Derivate. Von den Fahrgästen kamen rund 350 aus Deutschland. Elf Dänen, zwei Briten, 26 Niederländer und ein Norweger komplettierten die 400 Fans und sorgten für das internationale Flair und hatten maßgeblichen Anteil an der Gesamtanfahrstrecke von rund 63 000 Kilometern, komplettierte Godt die Statistik. Dabei gab es die klassische Ente in vielerlei Variationen. Als Cabrio, Pick-up, Truck, Wohnmobil und in allen Farbschattierungen. Knalliges Orange stand da neben schrillem Gelb, grellem Grün, Nato-oliv oder den Enten mit Mauerzeichnung, Zebrastreifen und Tigermuster.
Eine Art von Enten gab es allerdings nicht. Ente gebraten. Die Entenfans bereiteten sich lieber Bratwurst über dem Feuer zu. Freuden können sich die Entenfreunde schon auf den Juli. Dann ist Weltententreffen in Schottland.













