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09. September 2010
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Pilotprojekt: Alarm schlagen per SMS

Papenteich-Weyhäuser Kooperation führt zu Neuentwicklung – Handy wird zu Arbeitsmittel der Feuerwehrleute

Von Uwe Hildebrandt

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GIFHORN. Das Vorhaben, Feuerwehrleute per Handy zu alarmieren, galt als gescheitert. Doch jetzt trägt die Kooperation der Papenteicher Wehr mit einer Weyhäuser Firma Früchte: Ein neues System wird ab April getestet und könnte bundesweit verkauft werden.

Der stellvertretende Papenteicher Samtgemeinde-Brandmeister Hans-Ulrich Koch hat schon mehrere Pilotprojekte begleitet: Das Bluebox-System schickte die Kurzmitteilungen nicht gleichzeitig sondern nach und nach an die Handys der Freiwilligen und war somit viel zu langsam. Das danach getestete T-Mobil-Modell war dem Landkreis zu teuer.

Als Koch bei der Jahresversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Grassel über die gescheiterten Pläne berichtete, wurde das passive Mitglied Michael Oetjen (44) hellhörig. Bei seinem Weyhäuser Arbeitgeber, der Firma EDV-Consulting-Wohlers, bastelte der Grasseler flugs an einem Konzept: "Ich habe den Brückenschlag gemacht, und Hans-Ulrich Koch ging sehr enthusiastisch an das Thema ran." Nach zwei Planungstreffen und einer Besichtigung der Rettungsleitstelle kann nun bereits im April eine mehrmonatige Testphase im Papenteich beginnen.

"Kleine Unternehmen haben schlankere Strukturen und sind viel schlagfertiger", erklärt Wohlers-Geschäftsleiter Christoph Steindorff die schnelle Umsetzung. Vorschläge wie die seines Mitarbeiters Oetjen seien in mittelständischen Unternehmen natürlich sehr willkommen.

Dass sich das in Windeseile entwickelte System in der mehrmonatigen Testphase bewährt, daran hat auch Vize-Samtgemeindebrandmeister Koch keine Zweifel: "Es kostet nur einen Bruchteil des zuvor abgelehnten Systems und verfügt über eine Vielzahl von Vorteilen." So können etwa anders als beim Sirenenruf bei kleineren technischen Hilfeleistungen wenige Einsatzkräfte gerufen, bei Großschäden hingegen alle alarmiert werden.

Ein weiterer Vorteil: Waren die alten Funk-Pieper reine Empfänger, können die alarmierten Freiwilligen dem Brandmeister nun per SMS antworten – melden sich nicht genug Feuerwehrleute einsatzbereit, können bereits nach Minuten weitere Wehren alarmiert werden.

"Das Pilotprojekt läuft im Papenteich an, es ist aber ein System für den gesamten Landkreis", erklärt Koch. Deshalb werde die Anlage auch in der Gifhorner Rettungsleitstelle installiert. Die Kreisverwaltung unterstützt das Projekt.

Die Papenteich-Weyhäuser Kooperation könnte sogar noch größere Kreise ziehen: "Wir möchten es bundesweit anbieten", so Michael Oetjen. Gut möglich also, dass bald auch bayerische Wehren in Südheide-Manier zum Brandherd eilen.

Donnerstag, 23.02.2006
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/5109667/menuid/2160
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