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13. Februar 2012
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"Wir waren ratlos und entsetzt"

Angehörige bangten um 85-Jährige: Klinikum schickte sie in der Nacht nach Hause – Not-OP am nächsten Tag

Von Uwe Hildebrandt

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DIDDERSE. Mitten in der Nacht hatte Elli Flach (85) starke Schmerzen im Unterleib, sie stürzte. Die anschließende Behandlung im Braunschweiger Klinikum bringt ihre Angehörigen zur Weißglut: Ein Blinddarmdurchbruch sei unerkannt geblieben. Erst im Gifhorner Kreiskrankenhaus sei am nächsten Tag die Gefahr erkannt worden und eine Notoperation erfolgt.

"Um halb zwei nachts wurde meine Mutter von Sanitätern wiedergebracht, sie sah noch viel schlechter aus als zuvor", erzählt Günther Flach, Sohn der 85-Jährigen: "Sie war grünlich im Gesicht, wir waren ratlos und entsetzt." Flach gibt an, der Arzt habe ihm in einem anschließenden Telefongespräch mitgeteilt, dass sein Klinikum kein Hotel sei. Zudem habe ihm ein Hausarzt empfohlen, der Mutter eine warme Suppe zu reichen.

"Der Zustand meiner Mutter verschlechterte sich aber, ich hatte Angst um ihr Leben", berichtet Günther Flach noch immer bewegt.

Die ambulante Pflegerin, die am Morgen kam, drängte dann auf eine schnelle Krankenhaus-Einweisung. Diesmal ging es nicht nach Braunschweig. Die Ärzte im Gifhorner Kreiskrankenhaus diagnostizierten schließlich einen Blinddarmdurchbruch. Günther Flach: "Ich erhielt einen Anruf und wurde gefragt, ob ich einer Notoperation zustimme – es war lebensbedrohlich."

Wenn inzwischen auch weitere Brüche festgestellt worden sind, Elli Flach ist auf dem Weg der Besserung. Im Gifhorner Krankenhaus sagt die 85-Jährige schlicht: "Das alles war überhaupt nicht schön."

Da es seiner Mutter wieder besser geht, ist auch Günther Flach inzwischen etwas besänftigt. Dass seine Mutter aber in der Holwedestraße des nächtens nach Hause geschickt worden sei, findet er "ungeheuerlich": "Meine Mutter hätte bei solchen Schmerzen unbedingt auf Blinddarmdurchbruch untersucht werden müssen, auch die Brüche hätten festgestellt werden müssen."

Da Elli Flach ihren rechten Arm nicht bewegen kann, konnte sie die Schweigepflichtsentbindung nicht unterschreiben. Das Braunschweiger Klinikum bezog deshalb gestern nur in einer allgemein gehaltenen Erklärung Stellung: "Da wir von der Patientin Elli Flach nicht von der Schweigepflicht entbunden wurden, kann ich Ihnen nach Stellungnahme unserer Ärzte nur mitteilen, dass Frau Flach bei uns korrekt behandelt wurde", so Sprecherin Marion Lens. Für den Fall, es würde Ärzten unterlassene Hilfeleistung unterstellt, behalte sich das Klinikum weitere Schritte vor.

Dienstag, 24.10.2006
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/6015534/menuid/2160
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