Isenbütteler macht Radio im Internet
Sender soll im Januar starten: House-, Techno- und Trance-Musik mit Live-Moderationen und -Übertragungen
ISENBÜTTEL. Tobias Plagge hat großes vor: Einen neuen Radiosender will er aufbauen, und zwar einen, der nicht über den Äther kommt, sondern übers Internet ausschließlich mit elektronischer Musik.
Am 1. Januar, 20 Uhr, soll es richtig losgehen, 24 Stunden am Tag. Zurzeit läuft das Projekt ab und zu zum Test. Auch die Internetseite, über die das Radioprogramm dann zu empfangen ist, ist schon online: www.central-energy.de.
"Ich habe schon bei mehreren Webradio-Seiten mitgewirkt", erzählt der 21-Jährige, "aber die sind dann immer zu kommerziell geworden, hatten das falsche Konzept oder die Teamarbeit hat nicht gepasst." Als nun ein Freund von Plagge, Marcel Marzouk, sagte, er wolle einen Club für elektronische Musik in Ehmen eröffnen, kam ihm die Idee, einen eigenen Radiosender mit House-, Techno- und Trance-Musik auf die Beine zu stellen.
Im Gegensatz zu vielen Internetradios soll es nicht nur eine Endlosschleife mit automatisch abspielenden Titeln geben, sondern regelmäßige Live-Moderationen und -Übertragungen aus Diskos der Region von Hannover bis Wolfsburg, von Celle bis Goslar. "Das gibt es hier im Raum noch nicht", so Plagge. Und das ist mit der heutigen Technik möglich: Für eine Live-Übertragung muss Plagge nur sein Laptop mitnehmen, ans Mischpult des DJs anschließen und per UMTS-Mobilfunk ins Internet gehen.
Regelmäßige Moderation und das auflegen der CDs übernehmen Plagge und weitere fünf DJs, mit denen er befreundet ist, selbst zunächst kostenlos. Die nennen sich Odezza Lee, DJ Normen, DJ Steve Deluxe, Gordon und Kai-FX. Aber einst steht fest: Ausarten soll die Moderation nicht "Die meisten Sprecher erzählen zu viel", weiß Plagge, "aber quatschen vergrault die Leute."
Auf der Internetseite sollen neben der hörbaren Musik auch Szene-Meldungen, ein Forum, Interviews mit Musikern, Bildergalerien, Sendeprogramm, Charts, Termine und Musikprogramme zum Download zu finden sein. Per Mail können Hörer Grüße und Musikwünsche schicken, die die Moderatoren ins Live-Programm einbauen sollen.
13 verschiedene Internetprojekte hat Plagge schon ins Leben gerufen. Aber eins ist für ihn klar: Davon leben kann er nicht er macht weiterhin seine Ausbildung bei Volkswagen. "Ich will damit keinen Profit machen, sondern Musik. Das ist mein Leben, mein Hobby." Dennoch macht er sich auf die Suche nach Sponsoren. Denn von seiner Azubi-Vergütung kann er Server und Fahrten durch die Region auf Dauer kaum allein tragen.
Es gibt rund 40 000 Webradios in Deutschland. Der Vorteil ist, dass keine teure Sendelizenz notwendig ist, sondern lediglich ein schneller Server, der rund 120 Euro im Monat kostet. Dazu müssen auch Gebühren an die Verwertungsgesellschaften GEMA und GVL gezahlt werden. Die Zuhörer brauchen lediglich einen Internetzugang.











