Mit dem Jazz-Piano in Liebe verbunden
Mitreißender "Tastentaumel": Mathias Claus spielt in Groß Schwülper
GROSS SCHWÜLPER. Was der Jazzpianist Mathias Claus am Wochenende im Bürgerhaus in Groß Schwülper darbot, war mehr als nur ein Konzert, es war eine Lehrstunde.
Claus, Jahrgang 1956, moderierte sein Programm schwäbisch charmant, manchmal mit leichter Selbstironie. Der Künstler ist ein klassisch ausgebildeter, mit Ehrungen ausgezeichneter Braunschweiger Musikschullehrer. Vielleicht deswegen fragte er ab und zu in der Jazzszene bekannte Titel ab; meistens gab es wenigstens einen Zuhörer, der die Antwort wusste. Für die weiteren
etwa 100 Anwesenden jedoch nicht nur aus höheren Altersstufen war Mitswingen angesagt.
Zum Beispiel wenn Claus das am meisten gespielte Stück, den St. Louis Blues von Earl Hines, vortrug. Trompeter Louis Armstrong hat dies einst zu "seinem Stück" erkoren. Ein weiterer berühmter Jazzpianist, Duke Ellington, kam "auf der tollen Schwülperaner Bühne" ebenfalls zu Gehör.
Claus gelang das für das Jazz-
Piano charakteristische "Phrasing", geschlagene Töne, abgewechselt mit sanfterer Spielweise, ebenso wie schnellste Tastenläufe, die er mit Schlägen auf den Flügel verband.
Als wichtigstes Lied des Swing-Stils, der in einen Schwebezustand versetzt und eigentlich Tanzmusik mit freier Improvisation ist, spielte Claus "Take me". Zu "Rosetta erzählte er eine eigene Geschichte.
Ja, ja: "Jazz hat oft eine Message, die keiner versteht. Und solch eine Musik wie ?Caroline verkauft der Trottel von Posaunist von Duke
Ellington für 25 Dollar!" Er spielte ihm ein kraftvolles "Requiem". ms













