Massenweise Kinderpornografie
Sechs Monate Haft auf Bewährung für 31-Jährigen
GIFHORN. Missbrauch als Unterhaltung: Mehr als 500 Video-Dateien und 50 000 Bilder von vergewaltigten Kindern hatte sich ein Gifhorner auf seinem Computer geladen. Die Polizei erwischte den 31-Jährigen, gestern musste er sich vor Gericht verantworten.
Mit hochrotem Kopf sitzt der Mann auf der Anklagebank. Auf die Verpflichtung eines Verteidigers hat er verzichtet er will sich auch nicht aus seiner Tat herausreden und gibt sofort alles zu. "Es war eine Dummheit", entschuldigt er sich, und erklärt, "es ging alles ruckzuck, das ging so einfach."
Über Internet-Tauschprogramme hatte er sich die Dateien beschafft. Auf den Fotos und Filmen wurde laut Anklage gezeigt, wie Kinder augenscheinlich im Alter unter 14 Jahren auf jedwede denkbare Art vergewaltigt wurden. In einem Zeitraum von neun Monaten hatte sich der Handwerker das Material beschafft, bis die Polizei zur Hausdurchsuchung anrückte.
"Ich bin kein Computerexperte", sagte der 31-Jährige vor Gericht. Wäre er es gewesen, hätte er wohl die Finger von dem Material gelassen. Wer Tauschprogramme nutzt, lädt nicht nur Dateien von anderen Computern herunter, sondern bietet sie gleichzeitig auch anderen Nutzern an. So lautete die Anklage nicht nur auf Erwerb und Besitz sondern auch auf Verbreitung von Kinderpornografie. "Das Internet ist ein offenes Buch, da kann man alles sehen", sagte Amtsrichter Martin Hartleben.
Zusätzlich zu der riesigen Datenmenge auf dem Computer des Mannes wurden DVDs und externe Festplatten sichergestellt, auf denen er Material gespeichert hatte. Zu Gunsten des Mannes sprach, dass er in der Vergangenheit strafrechtlich noch nicht aufgefallen war.
Gemäß Antrag der Staatsanwaltschaft verurteilte Hartleben den Angeklagten zu eine Haftstrafe von sechs Monaten, die drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wird. Der Mann muss jeden Umzug dem Gericht melden und darüber hinaus 600 Euro an den Kinderschutzbund überweisen.













