Landwirt entdeckt Jungsteinzeit-Grab
14 große Findlinge liegen teilweise in Reihe im Acker Archäologe: "Eindeutig von Menschenhand"
WASBÜTTEL. Große Steine auf ihren Äckern sind Landwirten eher lästig, stören sie doch beim Pflügen. Die, die Ernst Lütje bei Wasbüttel gefunden hat, erregten gestern jedoch großes Aufsehen: Vermutlich sind sie Teil einer Grabanlage aus der Jungsteinzeit.
"Wir haben im Frühjahr nach einem Defekt in einer Drainage gesucht", sagt Lütje, "deshalb haben wir mit einem Bagger gebuddelt." Dabei sei er auf eine große Steinplatte gestoßen. Beim Anheben sei zu erkennen gewesen, dass sich darunter noch mehr Felsen befinden. Also habe er den Gifhorner Kreisarchäologen Dr. Andreas Wallbrecht informiert.
Kürzlich sei das Feld abgeerntet worden, erst danach sei es möglich gewesen, alles freizulegen. "Es handelt sich um 14 Findlinge mit Durchmesser von bis zu einem Meter", sagt Wallbrecht. Dazwischen liegen zahlreiche kleinere Felssteine aber alle auf einer etwa 4 mal 8 Meter großen Fläche. Nun sei auch erkennbar, dass jeweils an den vier Eckpunkten der rechteckigen Fläche große Steine platziert sind. Es gebe sogar eine Reihe von Steinen, die in einer Flucht aufgestellt worden seien.
"Eindeutig von Menschenhand", so das Expertenurteil von Wallbrecht, "da gibt es kein Vertun." Seine Vermutung: Lütje hat ein Großsteingrab entdeckt, mehr als 5000 Jahre alt. Eine vergleichbare Anlage habe man schon in Rethen entdeckt, die nächste befindet sich bei Helmstedt. Mit Bestimmtheit könne man das aber nicht sagen, denn: "Die Anlage ist doch arg zerstört, viele Teile sind nicht mehr vorhanden, der genaue Typ nicht mehr erkennbar."
Wallbrecht glaubt, dass Bauern in früherer Zeit schon einmal die Steine verschoben und teilweise im Erdreich versenkt haben, um besser pflügen zu können. Die Vielzahl der kleinen Steine lasse auch die Annahme zu, dass sich im Wasbütteler Acker die Reste einer Totenhütte befinden.
Wer nun allerdings glaubt, die schweren Brocken demnächst im Kreismuseum bewundern zu können, den muss Wallbrecht enttäuschen: "Es lohnt sich nicht, sie zu präsentieren." Es sind unbearbeitete Steine, eben ganz normale Findlinge, bei denen nur die Lage von Bedeutung ist.
"Wir werden das Loch wieder schließen", sagt der Archäologe für die Nachwelt sei aber alles kartografiert.











