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13. Februar 2012
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Autofahrer drängeln, fluchen, hupen

Wettmershagener parken L 321 zu – Meiner unterstützen Aktion – NDR dreht Beitrag fürs Fernsehen

Von Reiner Silberstein

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WETTMERSHAGEN. Gestern Morgen ging gar nichts mehr auf der Landesstraße 321: Geparkte Autos stauten den Verkehr kilometerweit. Bürgerprotest gegen Verkehrsbelästigung – diesmal vor den Fernsehkameras des NDR.

Es ist natürlich kein Zufall, dass die Wettmershagener just zur beginnenden Pendlerzeit um 8.30 Uhr ihre Autos auf die Straßen stellen. Gedrängel, Gehupe, Gefluche – das sind die Reaktionen vieler Leidtragender, der Leute am Gaspedal. Da hilft auch kein Aufheulen (der Motoren): Eine Blechschlange reicht bis Sülfeld, die andere bis Allenbüttel.

"Wir haben uns ziemlich geärgert, dass kürzlich auch noch die 50er- und 70er-Schilder am Ortseingang Richtung Sülfeld abmontiert wurden", verteidigt Tobias Nadjib die Aktion. Nun rasten die Autos fast mit Tempo 100 in den Ort – und das, obwohl man so lange um ein 30er-Limit bettelt. "Nun müssen wir wohl deutlicher werden", so Nadjib.

Gesagt, getan: Auf der Dorfstraße ist wieder ein Zickzack-Kurs aus Stahl abgesteckt. Das holt die Polizei auf den Plan. "Es gibt einen Rückstau bis Fallersleben", berichtet der Streifenbeamte und fordert die Wettmershagener auf, einige Autos zu entfernen. "Es geht um die Sicherheit, wir wollen doch keine Unfälle mit Verletzten."

Nadjib kontert: "Laut Kreisverkehrsamt soll es hier ja kaum Unfälle geben können." Aber ungeduldige GTI-Fahrer – ein Motor dreht demonstrativ kurz auf Hochtouren. Dennoch hat er zu warten hinter den Sattelschleppern aus Bad Segeberg, Wesel, Borken und Emden. Die Wettmershagener wollen nicht glauben, dass deren Ziel in unmittelbarer Nähe liegt und diskutieren darüber mit dem Polizisten.

"Halten Sie doch einmal einen Lastwagen an und schauen in die Papiere!", fordert Michael Kirchhof aus Meine. Die Bürgerinitiative Meiner Mitte gab tatkräftige Unterstützung. Die Papenteicher trauern ebenfalls einigen Verkehrszeichen auf Höhe ihres Friedhofs nach (wir berichteten). Der Zulieferverkehr für das VW-Werk sei auf der L 321 nicht zulässig, sagt Kirchhof: "In Wenden steht ein Verbotsschild."

Doch die Lastwagen-Recherche muss Kirchhof selbst übernehmen. Und tatsächlich ist der nächste Brummifahrer gesprächsbereit: Sein Chef habe ihn angewiesen, nicht über die Autobahn zu fahren – wenn es dort Stau gibt, könne er die Termine nicht einhalten. "Wir werden dafür sorgen, dass das auf der L 321 genauso ist", ergänzt Kirchhof.

Klaudia Kusch steht mit einem Kinderwagen am Straßenrand. "Ich muss hier jeden Tag rüber. Aber es gibt zu dieser Zeit kein Durchkommen. Niemand bremst ab." Und ihr Partner Jens Hallmann: "Ich möchte gern mal die Kinder von demjenigen hier spielen sehen, der die Demontage der Schilder zu verantworten hat."

Der Mann war angekündigt, aber nicht gesehen: Kreisverkehrsamtsleiter Reinhold Mederacke. Dafür eilen Samtgemeinde-Bürgermeister Hans-Friedrich Metzlaff und Polizeisprecher Thomas Reuter zum Superstau. Letzterer weist darauf hin, dass es sich bei der Aktion eigentlich um eine Versammlung handelt, die hätte angemeldet werden müssen – wegen der Transparente. Also werden die besser eingerollt.

Die Wettmershagener wollen ihre Ortsdurchfahrt dennoch künftig vermehrt zuparken. "Uns bleibt nur noch diese Möglichkeit", sagt Manfred Zeinert, "wir kämpfen so lange, bis wir etwas für den Ort erreicht haben" – wenn schon nicht gleich eine Umgehungsstraße, dann wenigstens ein Tempolimit.

Wann der Fernsehbeitrag im NDR gesendet wird, stand gestern noch nicht fest.

Freitag, 10.10.2008
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/9258349/menuid/2160
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