Kerzen für die Menschenrechte
Isenbüttelerin Silke Schnau ist Sprecherin der Gifhorner Gruppe von Amnesty International
ISENBÜTTEL. Als Gruppensprecherin lenkt sie maßgeblich die Geschicke der Gifhorner Gruppe der Menschenrechtsorganisation Amnesty International. Im Rundschau-Gespräch berichtet Silke Schnau über die Aktion zum 60. Jahrestag der Menschrechtskonvention.
Die Genehmigung und Verkündung der 30 Artikel umfassenden Erklärung der
Menschenrechte durch die Vereinten Nationen jährt sich am 10. Dezember zum 60.
Mal.
Die Erklärung ist Grundlage völkerrechtlicher Verträge sowie vieler
Staatsverfassungen und wird von beinahe allen Staaten anerkannt. Den Geburtstag
nimmt die Menschenrechtsorganisation weltweit zum Anlass, mit einer
Lichteraktion an die Festschreibung der 30 Artikel umfassenden und prinzipiell
überall einklagbaren Grundrechte zu erinnern.
In Berlin und Paris sollen
bekannte Plätze von den Menschenrechtlern per Kerzenschein erleuchtet werden. In
Gifhorn wird die Aktion auf dem Marktplatz vor dem Rathaus stattfinden. Ab 17
Uhr soll eine, aus Windlichtern geformte Sechzig an den runden Geburtstag
erinnern.
Parallel dazu werden Prominente aus Stadt und Kreis ans Mikrofon
treten und alle Artikel der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ verlesen.
„Ich habe 50 Personen angeschrieben und postwendend die ersten Zusagen
erhalten“, hofft Schnau auf rege Bereitschaft zur Teilnahme an der
Aktion.
Denn, die Menschenrechte sind vielen wenig geläufig, das hat laut
Schnau eine bundesweite Umfrage zu Tage gebracht: „Nur 42 Prozent der Befragten
konnten überhaupt ein Menschenrecht benennen“, sagt Schnau. Neben Freiheit,
Gleichheit und Brüderlichkeit, ist die Gleichheit vor dem Gesetz, das Verbot der
Sklaverei, der Anspruch auf Leben und Freiheit sowie ein faires
Gerichtsverfahren dort festgeschrieben.
„Vieles, was bei uns
selbstverständlich ist, stellt in anderen Ländern ein immer wieder
einzuforderndes Recht dar“, meint Schnau. In diesen Staaten werde die deutsche
Sektion tätig. „Wir schreiben waschkörbeweise Briefe an Staatschefs, um zu
zeigen, dass wir das Schicksal oft zu Unrecht Inhaftierter nicht aus den Augen
verlieren“, berichtet Schnau von der tagtäglichen Arbeit.
Das weltweite
Engagement ist es, was in der Bevölkerung an Akzeptanz zu verlieren scheint.
Wenn Schnau und ihre Mitstreiter ihren Infostand in der Gifhorner Fußgängerzone
aufschlagen, bekommen sie häufiger als früher zu hören, dass die Probleme vor
der eigenen Haustür als drängender empfunden werden, als der Einsatz für
Gefangene in Afrika.
Im eigenen Land darf die Organisation gar nicht tätig
werden: „Um Objektivität und Unabhängigkeit zu gewährleisten, ist das verboten“,
berichtet Schnau. Stattdessen schauen die Sektionen aus anderen Staaten dem
deutschen Rechtssystem auf die Finger. „Die Probleme im eigenen Umfeld wachsen
und die Bereitschaft, sich für einen kostenlosen Mittagstisch in Schule oder
Kindergarten einzusetzen, ist größer als bei uns mitzumachen“, berichtet
Schnau.
Die Lichteraktion von Amnesty International zum 60. Jahrestag der
Menschenrechtskonvention findet am Mittwoch, 10. Dezember ab 17 Uhr auf dem
Gifhorner Marktplatz statt.













