Kampf gegen schlaflose Nächte
Kreiskrankenhaus Helmstedt hat mit nunmehr vier Messplätzen das größte Schlaflabor in der Region
Das Kreiskrankenhaus Helmstedt hat sein Schlaflabor vergrößert und mit modernster Technik ausgestattet. Mit der Kapazitätserweiterung von zwei auf vier Messplätze kann die Wartezeit auf eine Untersuchung von sechs auf drei Monate verkürzt werden.
Das von der Deutschen Gesellschaft für Schlafmedizin anerkannte Schlaflabor des Kreiskrankenhauses ist laut Direktor Reinhard Ebeling das größte in Südost-Niedersachsen. Um Schlafstörungen genau einzuordnen, werden bei der Untersuchung im Labor Atmung, Bein- und Armbewegungen, Schlaftiefe und Herzschlag der Patienten gemessen.
Leiter des Labors ist Dr. Matthias Born. Der Oberarzt meint, dass die Bedeutung von Schlafstörungen oft unterschätzt werde. "Viele Patienten werden mit ihren Beschwerden nicht ernst genommen."
Dabei können Schlafstörungen viele Ursachen haben: Neben dem gefährlichen Schnarchen kommen oft auch Atmungsstörungen während des Schlafes bei Patienten mit Herzschwäche vor, "was leider noch zu selten festgestellt wird".
Zur Erläuterung: Gefährliches Schnarchen rührt daher, dass der Rachen immer wieder geschlossen bleibt und so der Körper um Sauerstoffzufuhr ringt. "Das ist so anstrengend wie ein Dauerlauf", erklärt Born. Mit einer "pneumatischen Schienung" per Schlafmaske könne man dem Schnarcher helfen. Im Gegensatz dazu ist "harmloses" Schnarchen ein schlagendes Geräusch, wenn der Rachen zu weit offen bleibt. Ein Phänomen, das zum Beispiel bei Alkoholkonsum auftritt.
Die Folgen von Schlafstörungen zählt Dr. Benno Schwartz, Chefarzt der Kardiologie, auf: "Aufmerksamkeitsdefizit, Tagesmüdigkeit, Abfall des Leistungsvermögens, Depressionen." Vor allem für Berufskraftfahrer sei es wichtig, gegen Sekundenschlaf gefeit zu sein. Um ihre Tauglichkeit zu beweisen, können sie sich einem so genannten Schlaflatenz-Test unterziehen.
Ein anderes, beruflich bedingtes Problem: "Wer dauerhaft im wechselnden Schichtdienst arbeitet, bekommt ab 40 massive Probleme. Er zerstört sein Schlafprofil", erläutert der Schlafmediziner Born. Der Tiefschlaf aber – bei Erwachsenen beträgt diese Phase höchstens 20 Prozent des Schlafs – sei unerlässlich für die Erholung des Körpers.
Das Kreiskrankenhaus bietet seinen Patienten die Möglichkeit, sich zunächst in der Schlafmedizinischen Ambulanz vorzustellen. Hierzu ist bei Kassenpatienten eine Überweisung vom Hausarzt erforderlich.
Matthias Born weist darauf hin, dass das ausführliche Patientengespräch besonders wichtig sei, "da es oft schon richtungweisend zum Erkennen der Krankheit ist." Erste Untersuchungen werden danach eingeleitet. Gegebenenfalls werden die Patienten an andere Spezialisten (zum Beispiel Hals/Nasen/Ohren-Arzt, Neurologen, Kardiologen) zur Mitbehandlung überwiesen.
Zur Versorgung der Heimbeatmungspatienten (zum Beispiel bei chronischen Lungenerkrankungen) steht nun auch ein eigenes Zimmer auf der Schlaflaborstation zur Verfügung. Auch dafür steht neue Technik bereit: Alle Patienten auf der Schlafmedizinischen Station werden rund um die Uhr von speziell ausgebildeten Mitarbeiterinnen betreut.













