Kunsthaus findet Galerie im Kreishaus
Künftig organisiert Helmstedter Verein die Ausstellungen im Foyer am Südertor Auftakt mit virtueller Poesie
HELMSTEDT. Die Malerei- und Fotoausstellungen im Foyer der Kreisverwaltung werden künftig vom Helmstedter Kunstverein organisiert. Der erst vor zwei Jahren gegründete Verein mit dem Namen "Kunsthaus" hat damit sein Hauptproblem gelöst: die Suche nach einer Galerie.
Zur Eröffnung der ersten Kunsthaus-Ausstellung am Südertor 6 präsentieren die frisch gewählten Vorsitzenden Uwe Neumann und Stefan Jacobs ein ungewöhnliches Konzept: literarisch-visuelle Arbeiten von Manfred Arens.
Der Bahrdorfer ist von Beruf Mathematiker und Programmierer. Daher legt er bei seinen künstlerischen Arbeiten eigentlich den Schwerpunkt auf die Vorzüge seines Computers: Audiovisuelle Elemente, bewegte Bilder mit der Möglichkeit zur Interaktion für den Betrachter. Dennoch kehrt er immer wieder auf die klassische Präsentationsform zurück: Arbeiten auf Papier, schön gerahmt. In Helmstedt sind 20 Werke zusammengefasst in 9 Rahmen zu sehen. Der Titel "Beim Betrachten der cassinischen Teilung" nimmt Bezug auf ein Phänomen im Universum: den Zwischenraum zwischen den Saturnringen. "Man sieht die dunkle Materie zwischen den Ringen nicht, und doch ist sie vorhanden."
Arens charakterisiert seine Grafiken als "Untexte Anordnungen von Zeichen in lyrischer Absicht". Dabei folgen diese Bild- und Buchstabenkompositionen nicht unbedingt der herkömmlichen Semantik.
"Untexte verhalten sich so zu Texten so, wie sich die Sinnpoesie zum Sinngedicht verhält", sagt er. Auf unsere Nachfrage folgt die Erklärung: "Ein verdrehter Sinn verfolgt die Absicht, auf den Sinn zu fokussieren."
Auf den ersten Blick wirken die Arbeiten verwirrend. "Wir wollen damit ja auch Fragen aufwerfen, im besten Fall dem Betrachter ein Aha-Erlebnis vermitteln", erläutert Kunsthaus-Chef Uwe Neumann das Ziel seines Vereins. Gelegenheit, mit dem Künstler zu sprechen, bietet sich am Samstag. 27. Juni, ab 19 Uhr während der Vernissage. Eine Führung ist zu einem späteren Zeitpunkt vorgesehen. Die Ausstellung ist bis 21. August zu sehen, Montag bis Donnerstag jeweils von 9 bis 15.30 Uhr sowie freitags von 9 bis 12.30 Uhr. An den Wochenenden ist das Kreishaus-Foyer geschlossen.













