Fahrt nach Weißrussland ist noch keine Selbstverständlichkeit
Neuntklässler des Julianum und Mitglieder des Partnerschaftsvereins sind im Juni zu Gast in Swetlogorsk
HELMSTEDT. Unter dem Motto "Arbeit für den Frieden" fahren Anfang Juni 23 Schüler und Schülerinnen der Klasse 9b des Gymnasiums Julianum, zwei Lehrkräfte und sechs Vertreter des Helmstedter Partnerschaftsvereins nach Swetlogorsk in Weißrussland. Einen Tag lang werden die Schüler dort deutsche und russische Kriegsgräber pflegen.
Auch die anderen neunten Klassen des Gymnasiums werden sich in diesem Jahr bei ihren Klassenfahrten um Kriegsgräber kümmern. "Aber wir sind die einzige Klasse, die nach Osteuropa fährt", erzählen die Klassensprecherinnen Christin Franzke und Miriam Kienz.
Für Lehrer Carsten Werckmeister wird es die dritte Fahrt mit Schülern in die weißrussische Partnerstadt sein. "Die Vorbehalte der Eltern und Schüler waren groß", weiß er aus zahlreichen Gesprächen und Diskussionen. "Es ist immer noch nicht so normal, dass man nach Weißrussland fährt, wie ich mir das wünsche", sagt Dieter Scheil, Städtebeauftragter für die Partnerschaft mit Swetlogorsk. So ist er dankbar, dass er in Werckmeister einen Lehrer gefunden hat, den er für die Idee begeistern konnte. Diesmal fand Werckmeister auch erstmals eine Kollegin, die bereit ist, mit auf diese Klassenfahrt zu kommen. In den vergangenen Jahren mussten jeweils Eltern die Gruppe begleiten.
"Im letzten Jahr waren alle Schüler von der Fahrt begeistert", berichtet der Klassenlehrer der 9b. Die Klassensprecherinnen sind schon neugierig auf das, was sie erwartet. Miriam Kienz erzählt, dass sie im vergangenen Jahr eine Schülerin aus der Partnerstadt zu Gast hatte. "Jetzt möchte ich sehen, wie die Schule dort ist."
Die Helmstedter Reisegruppe wird auch die Städte und die Landschaft rund um Swetlogorsk kennen lernen. Eine Schifffahrt auf dem Fluss Pripjat, ein Schulbesuch, eine Fabrikbesichtigung, eine Planwagenfahrt sowie ein gemeinsames Grillen stehen auf dem Programm.
Im Vorfeld gab es laut Werckmeister Diskussionen mit den Schülern und Eltern, ob die Helmstedter Jugendlichen in Familien oder in einer gemeinsamen Unterkunft wohnen werden. Man hat einen Kompromiss gefunden: Vier Nächte sind sie in einer Gemeinschaftsunterkunft und zwei Nächte in Familien.
Scheil ist sich sicher, dass alle mit positiven Eindrücken heimkehren werden. "Die Sympathie, die den Schülern dort entgegengebracht wird, ist groß. Die Menschen werden stolz sein, einen deutschen Gast bei sich aufnehmen zu können", verspricht der Städtebeauftragte.
Scheil bezeichnete die Helmstedter Schüler als Botschafter für Deutschland. "Wir wollen Versöhnung in dieses Land tragen", lautet das Ziel der Reise.













