Jürgen Ehlers übergibt an Olaf Kapke
Wechsel an der Spitze der Feuerwehren im Kreis Helmstedt – Warnung vor Auflösung von Ortswehren
Kreisbrandmeister Jürgen Ehlers hielt am Samstag seinen letzten Jahresbericht beim Kreisfeuerwehrtag in Offleben. Er legt seine Ämter als Kreisbrandmeister und Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes zum 30. Juni nieder, da er designierter Regierungsbrandmeister ist.
Olaf Kapke, Gemeindebrandmeister in Lehre, soll sein Nachfolger werden. Die wahlberechtigten Feuerwehrleute haben mit großer Mehrheit für ihn gestimmt und schlagen somit dem Kreistag vor, Kapke zum Kreisbrandmeister zu ernennen. Der erfahrene Feuerwehrmann wird auch die Leitung des Kreisfeuerwehrverbandes übernehmen.
Stellvertretender Landrat Rolf-Dieter Backhauß lobte vor den mehr als 200 Delegierten und zahlreichen Ehrengästen im Dorfgemeinschaftshaus von Offleben die Arbeit und den Einsatz der Feuerwehrwehrleute im Kreis Helmstedt. "Sie gehören zu den Menschen, denen das Wohl anderer nicht egal ist. Sie fragen nicht nach Entlohnung und sie opfern ihre Freizeit für Fortbildungen, damit sie im Ernstfall vorbereitet sind."
Jürgen Ehlers bezeichnete 2009 als ein eher ruhiges Jahr. Laut Statistik wurden 186 Brände bekämpft, 438 technische Hilfeleistungen und 199 sonstige Einsätze geleistet. Die Feuerwehren seien leistungsfähig. Ob das allerdings so bleibe, hänge von Maßnahmen ab, die in Zukunft getroffen würden. Ehlers sprach sich gegen eventuelle Pläne aus, einzelne Ortsfeuerwehren aus finanziellen Gründen zu schließen. "Die Ortswehren mit Grundausstattung sind die billigsten."
Seiner Meinung nach könne man mit diesem Schritt kaum Geld sparen. Die Auswirkungen aber seien groß. Die Aufgaben eines Ortsbrandmeisters seien so umfangreich, dass er nicht wisse, welche Feuerwehr diese Arbeiten für einen Nachbarort mit erledigen könnte. Die Ortsfeuerwehren hätten zudem wichtige Aufgaben im Hinblick auf Nachwuchsförderung und Mitgliedergewinnung. Für einen flächendeckenden Brandschutz seien sie unverzichtbar, appellierte Ehlers.
Auch bei der Feuerwehr gehen die Mitgliederzahlen zurück. Ende 2009 sind 2320 Mitglieder im Landkreis gemeldet gewesen. Laut Ehlers sind das nur 13 Mitglieder weniger als im Vorjahr. Aber: "In den letzten 20 Jahren haben wir mehr als 1000 Mitglieder, also ein Drittel aller Aktiven, verloren." Laut Kreisfrauensprecherin Erika Kornau sind im Landkreis 312 Frauen aktiv. Mit mehr als 13 Prozent Frauenanteil liegt der Landkreis Helmstedt damit über dem Ziel des niedersächsischen Landesfeuerwehrverbandes von 10 Prozent.













