Neue Perspektiven für Hauptschüler
Jugendberufshilfe des Landkreises knüpft Kontakt zu VW Ziel: Ansporn für Jugendliche auf Jobsuche
SCHÖNINGEN. "Ich finde doch eh keinen Ausbildungsplatz" solche Aussagen lässt die Jugendberufshilfe des Landkreises Helmstedt nicht gelten. Mit einem neuen Kooperationspartner will sie vor allem Hauptschüler zusätzlich zur Jobsuche ermuntern.
Dieser neue Kooperationspartner heißt Volkswagen und soll den Jugendlichen als größter Arbeitgeber der Region weitere Berufsperspektiven aufzeigen.
Bei einem ersten Treffen mit den Mitarbeitern und Mitstreitern der Jugendberufshilfe zählte Andreas Kaiser gestern in der Schöninger Eichendorffschule nicht weniger als 25 Berufe auf, für die sich Jugendliche mit jeglichem Schulabschluss allein im Wolfsburger VW-Werk bewerben können. Dort leitet Kaiser die Berufsausbildung für Elektronik und IT. Die Spanne reicht von technischen Tätigkeiten wie dem des Zerspanungsmechanikers oder des Karosserietechnikers bis zu Bürojobs wie dem des Industriekaufmanns.
Vorurteile gegen angeblich weniger leistungsfähige Hauptschüler kann Kaiser nicht nachvollziehen. Bei VW erhalte jeder eine Chance, der bei den Einstellungstests überzeuge: "Es gibt nicht nur Gymnasiasten, die tolle Leistungen erbringen", betont er.
Um ihr wahres Potenzial für den Arbeitsmarkt zu erkennen und sich in viele Richtungen zu bewerben, brauchten manche Hauptschüler lediglich ein besonderes Maß an Anschub, räumt der Leiter der Eichendorffschule, Dieter Hoff, ein. Nicht immer seien dabei die Schüler selbst das Hauptproblem: "Uns rufen manchmal Eltern an, die uns fragen, was wir da für einen Blödsinn machen mit so viel berufsvorbereitendem Unterricht. Die sagen dann, dass die Kinder in der Schule lieber Vokabeln und Rechnen lernen sollten", erzählt Hoff. Er kennt zudem Fälle, in denen Eltern ihren Kindern einfach den eigenen Beruf vorgesetzt haben Motto: "Du wirst jetzt auch Friseurin, fertig".
"Die Unterstützung durch das Elternhaus ist für die Jobsuche ganz wichtig das wird häufig vergessen", meint Andreas Kaiser.
Wichtig sei aber auch, dass die Hauptschüler beim Bewerbungen-Schreiben Durchhaltevermögen beweisen, fügt Karin Schulz hinzu: "Wenn sie hartnäckig sind, haben sie gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt", ist die Sozialarbeiterin der Hauptschule Königslutter überzeugt.
Die Lehrer und Berufsberater an den Hauptschulen sowie die Vertreter der Unternehmen können aber auch ihr eigenes Scherflein beitragen zum Beispiel, indem sie Betriebsbesichtigungen anbieten. "Unsere Schüler sind immer sehr dankbar für solche Besichtigungen", bekräftigt Karin Schulz.
Wenn sich die auch mit dem neuen Gesprächspartner VW arrangieren ließen, wäre Peter Häusler von der Jugendberufshilfe sehr zufrieden. "Aber auch wenn wir schon ein paar gemeinsame Berufsinformations-Termine im Jahr zum Beispiel die Expertentage in den Schulen finden könnten, wäre das toll."













