Kreis-Ausschuss spricht sich für Erhalt der Schule in Lehre aus
Politiker setzen Schulentwicklungsplan des Landkreises Helmstedt erneut auf die Tagesordnung
Mit Plakaten und Sprechchören empfingen Schüler der Haupt- und Realschule Lehre und deren Eltern gestern Nachmittag die Mitglieder des Kreis-Schulausschusses in Helmstedt. "Wir wollen in Lehre bleiben, wir lassen uns nicht vertreiben", riefen Kinder und Eltern.
Am Ende des Nachmittags, nach gut zweieinhalbstündiger öffentlicher Sitzung, verließ die Delegation aus Lehre beruhigt das Kreishaus und fuhr nach Hause. Der Schulausschuss des Landkreises empfahl dem Kreistag, die Schule in Lehre nicht zu schließen.
Die Verwaltung hatte dem Gremium einen entsprechenden Beschlussvorschlag ausgearbeitet (wir berichteten). Über die gesamte Schulentwicklungsplanung des Kreises jedoch wird der Ausschuss während seiner nächsten Sitzung erneut beraten. Dann allerdings geht es um die Zukunft aller Schulen im Landkreis. Die Schließung des Standortes Lehre ist daher zunächst vom Tisch.
Wie insbesondere die Hauptschul-Standorte des Kreises Helmstedt in Zukunft attraktiver gemacht werden können, beschäftigte die Ausschussmitglieder in der Diskussion. Während Jörg Reuter (CDU) ein Schulzentrum mit Grund-, Haupt- und Realschule favorisierte, möchte die Fraktion der SPD und der Grünen lieber die Einrichtung einer zweiten IGS im Landkreis prüfen. "Wir müssen jetzt die Chance nutzen und gucken, wo wir Standorte bilden können, ohne dass unsere Kinder zu weit fahren müssen", sagte Reinhold Stahl (SPD). "Wir möchten dabei aber Schritt für Schritt vorgehen. Dazu muss man nun zuerst den Elternwillen abfragen", betonte Stahl. Deshalb soll es eine kreisweite Elternbefragung geben. "Ich will den Standort in Lehre sichern, weiß aber heute noch nicht, wie es geht", sagte Stahl.
Seine Fraktionskollegin Silvia Liebermann möchte zudem versuchen den Standort Lehre zu sichern, indem die rund 140 Kinder, die derzeit zur IGS nach Wolfsburg gehen, zurückgewonnen werden. "Dann haben wir kein Standortproblem mehr."
Um inhaltlich besser diskutieren zu können, soll die Verwaltung nun unter anderem auf Wunsch von Torsten Koch (Grüne) und Gerd Heidler (UWG) Zahlen liefern, was die Unterhaltung der einzelnen Schulen kostet, was es jeweils für Räumlichkeiten gibt und wie der Zustand der Gebäude ist.
Gleich zu Beginn der Einwohner-Fragestunde hatte Elke Steinhauer, Schulelternratsvorsitzende der Haupt- und Realschule Lehre, dem Ersten Kreisrat Uwe Winkler einen ersten Packen Unterschriften überreicht. 2029 Bürger aus Lehre haben bisher für den Erhalt des Schulstandortes unterschrieben. "Rund 500 haben wir noch zu Hause. Die werden noch bearbeitet und nachgereicht", berichtete Steinhauer. Auch wenn die Schließung nun offensichtlich vorerst vom Tisch ist.













