Überwältigt von der Hilfsbereitschaft
2450 Menschen lassen sich typisieren, um Brunsroderin Angelika Felske und Braunschweiger Schülerin zu helfen
LEHRE. Überwältigt waren nicht nur die Felskes aus Groß Brunsrode – auch die Verantwortlichen des Städtischen Klinikums in Braunschweig hatten einen solchen Andrang nicht erwartet. 2450 Menschen waren am Sonntag zur Typisierung ins Braunschweiger Wilhelm-Gymnasium gekommen.
Für die dreifache Mutter Angelika Felske aus der Gemeinde Lehre und die zwölfjährige Merret Dietze aus Braunschweig hatte das Klinikum zu dieser Typisierungs-Aktion aufgerufen (wir berichteten). Beide leiden an Krebs.
Freunde und Verwandte der Felskes, die ganze Mannschaft des SV Brunsrode/Flechtorf, die Feuerwehren der Gemeinde – alle waren zur Typisierung gekommen. "Dafür möchten wir uns ganz herzlich bedanken", sagt Boris Felske. Der Mann von Angelika Felske, deren Zustand sich in den vergangenen Tagen verschlechtert hat, kämpft gemeinsam mit den beiden Töchtern seiner Frau um jede noch so kleine Möglichkeit, einen geeigneten Stammzell-Spender zu finden.
Viele Menschen haben der Familie in den vergangenen Wochen geholfen und unglaublich viele Freiwillige mobilisiert, sich typisieren zu lassen. "Selbst der Kindergartenleiter unseres Sohnes ist mit seiner Frau nach Braunschweig gefahren, um zu helfen", sagt Felske.
Nun allerdings müssen die Felskes und auch die Familie von Merret warten. "Etwa zwei bis drei Wochen wird es dauern, bis bei allen Proben die Gewebemerkmale bestimmt sind", sagt Meike Eilers-Surborg von der Pressestelle des Klinikums. Erst dann könne man sagen, ob ein geeigneter Spender gefunden wurde. Es ist übrigens gut möglich, dass einer der Spender einem anderen Krebspatienten helfen kann. "Die Gewebemerkmale werden weltweit abgeglichen", erklärt Eilers-Surborg. Rund 120 000 Euro wird es kosten, die Gewebemerkmale aller 2450 Spender der größten Braunschweiger Aktion aller Zeiten zu ermitteln. "Am Sonntag wurden bereits unglaubliche 15 000 Euro gespendet. Wir können aber weitere Spenden gut gebrauchen", betont die Pressesprecherin.
Mehr als 50 Mitarbeiter des Klinikums, dem Gesundheitsamt, dem Förderverein des Klinikums und dem Verein der Weggefährten waren am Sonntag von 11 bis 18.30 Uhr im Einsatz, um den Andrang bewältigen zu können. Eltern, Schüler und Lehrer des Wilhelm-Gymnasiums, dort geht Merret Dietze zur Schule, halfen ebenfalls. Ursprünglich hatte das Klinikum 8 Blutabnahmestellen geplant, 16 waren es dann, um den Andrang bewältigen zu können.













