Von 107 Kilogramm zum Rad mit 27 Gängen
Wie Ralph Gerlach von der Personenwaage aufs Mountainbike umstieg
INGELEBEN. Rank und schlank, sogar sein kleiner Kinnbart ist schmal, sitzt Ralph Gerlach in seinem gemütlichen Häuschen am Dorfrand von Ingeleben und berichtet davon, wie er zum Leistungs-Biker wurde.
Der Mitarbeiter in der Samtgemeinde Heeseberg nennt sich auch gerne Racing-Ralph (www.racing-ralph.com) und erzählt lebhaft, wie sein Sport ist.
"Angefangen hat alles im Mai 2006. Ich wollte Fliesen bei meinen Eltern verfugen. Im Bad sah ich eine Personenwaage und stellte mich mal so drauf. Das Ding zeigte fast 107 Kilo an, vor 10 Jahren waren es noch 75!", erinnert er sich.
"Das war eindeutig zu viel und ich nahm mir vor, etwas gegen Völlerei und Faulheit zu unternehmen. Erst mit der Ernährungsumstellung, dann mit Laufen und Fahrradfahren. Die Sache habe ich dann ganz vorsichtig und nur nach Puls gesteigert." Schon im September 2007 fühlte er fit genug, um am Mountainbike-Cup in Schöningen teilzunehmen, bevor ihn 2009 ein Virus für den Marathon über die mittlere Strecke von 50 bis 80 Kilometern infizierte.
Heute hat der Mountainbiker schon rein optisch kein Gramm zu viel. Er steigt nicht nur täglich aufs Rad, sondern quält sich bei den verschiedensten Rennen durchs Gelände und auf Berge. Von einem Trainingscamp aus stieg er mit dem Mountainbike auf den über 2000 Meter hohen Monte Altissimo am Gardasee.
Zwischen solchen Höhepunkten fordert er regelmäßig beim Grundlagentraining nicht nur die fürs Radfahren benötigten Muskelgruppen, auch Schwimmen und Laufen sind angesagt. "Zum Bergtraining geht es dann schon mal auf den Brocken. Der Sport hat mich so gepackt, dass ich dabei Glück und Zufriedenheit empfinde, obwohl es oft eine gewaltige Quälerei ist", beschreibt er seine Motivation trotz der Finger- und Rippenbrüche.
Wenn es dann auch Erfolge im Wettbewerb gibt, ist es doppelt schön. Zum Beispiel kam er bei einem Rennen im Harz unter die Top Ten. Schon die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften sei großartig, meint Racing-Ralph und freut sich jetzt schon auf das 24-Stunden-Mountainbike-Rennen am 21. August auf dem Nürburgring. Dafür trainiert er gelegentlich auch nachts.
Seine Frau Silke hat viel Verständnis. "Sie macht zum Glück mit, und ist bei fast allen Rennen dabei", meint er zufrieden. Nur, dass sein Sohn Paul sich statt aufs Rad lieber aufs Moped setzt, wurmt ihn etwas. Aber bei ihm sei es ja früher genauso gewesen.













